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Garrigue
Die südfranzösische Natur ist in weiten Teilen mediterran geprägt, gleichwohl sie in unregelmäßgen Abständen sehr starken Frösten ausgesetzt sein kann. So betrugen die Temperaturen des Jahrhundertwinters 1986 selbst in der wärmsten Region um Perpignan in einer Nacht -14°C (Rivesaltes). Durch menschliche Eingriffe hat sich wie in fast allen mediterranen Ländern eine Buschlandschaft entwickelt, die allgemein als Matorral bezeichnet wird. Der franzözische Matorral wird auch Garrigue genannt und ist gekennzeichnet durch immergrünen, aromatischen, kaum hüfthohen Bewuchs. Dieser besteht in weiten Teilen aus Cistus spp., Rosmarinus officinalis, Thymus spp., Quercus coccifera und Phillyrea spp. (Steinlinde). In nicht landwirtschaftlich genutzten Bereichen entstehen niedrige Wälder von Pinus halepensis und Quercus ilex, manchmal auch Olea europea und Arbutus unedo.

Die Aufnahme lässt gut den dichten Bewuchs in der Garrigue erkennen. Er besteht aus Rosmarinus officinalis, Daphne gnidium, Quercus coccifera, Cistus monspeliensis und Phillyrea angustifolia. Alle diese immergrünen Büsche sind bei uns, zum Teil auch in den kalten Regionen, kultivierbar. Die wesentlich besseren Kulturbedingungen während des Sommers in unserem Klima führen dazu, daß die meisten Pflanzen kräftiger und größer werden. Lange Trockenheit mit wochenlanger Hitze gibt es bei uns ja kaum und die Böden sind wesentlich nährstoffreicher als jene der Garrigue, die zudem nur wenige Zentimeter tief sind. Der Fels tritt oft hervor. Beweidung, Feuer und menschliche Eingriffe verringern die feuchtigkeitsspeichernden Eigenschaften, so daß nur spezialisierte Pflanzen überleben können:

Der im Herbst blühende, remontierende Rosmarinus officinalis ist einer von Ihnen. Aber auch andere aromatische Büsche sind sehr häufig: Lavendel und Thymian mit verschiedenen Arten. Die dominierende Zistrose ist Cistus monspeliensis, während andere Zistrosen nur an wenigen günstigen Plätzen anzutreffen sind. An etwas feuchteren Stellen tritt der mediterrane Ginster, Spartium junceum, auf. Baumförmiger Bewuchs hingegen ist relativ selten und zumeist durch Aufforstungsmaßnahmen entstanden. Natürlicherweise entwickelt sich waldähnlicher Bewuchs nur in Folge ungestörten Wachstums. Fehlen die Feuer, wird nicht beweidet und ist der Niederschlag ausreichend, wachsen insbesondere die Aleppo-Kiefer (Pinus halepensis) und die Steineiche (Quercus ilex) zu Bäumen heran:

Quercus ilex kann an günstigen Stellen bis zu 8 m Höhe erreichen, während andere Baumarten wesentlich kleiner bleiben: die breitblättrige Steinlinde (Phillyrea latifolia), die Wildform der Olive (Olea europea v. oleaster), Pistacia terebinthus und an feuchteren Stellen auch Pinus sylvestris. Die in vielen anderen mediterranen Regionen dominierenden Heiden sind relativ selten. Der zumeist alkalische Boden verhindert deren Ausbreitung. An wenigen Plätzen mit neutralen oder leicht sauren Böden sind bevorzugt Erica zusammen mit Quercus coccifera und Cistus monspeliensis zu finden. Die im Herbst blühende Erica erigena bildet rosarot blühende Flecken in der vom Sommer ausgedörrten Landschaft:

Besonders in den westlichen Teilen Südfrankreichs kommen viele Zistrosen vor, zumeist Cistus monspeliensis, hier mit Cistus populifolius in einer Nordhanglage auf ca. 300 m:

An einzelnen Standorten finden sich auch Arten, die ihr Hauptverbreitungegebiet weiter südlich, in Spanien und Portugal haben. Hier zum Beispiel die auch im Herbst und Winter gut erkennbare Cistus albidus, die weißblättrige Zistrosen, welche problemlos an ihrem silbrigweißen Laub in der Garrigue zu identifizieren ist:

Relativ selten, an bevorzugten Standorten findet sich diese schöne Ericaceae, weißblühend im Herbst: Erica multiflora. Hier mit Buxus sempervirens und Atriplex sp:

Das typische Bild eines niedrigen Waldes, welches an die Garrigue in etwas höheren, kühleren Lagen anschließt, Pinus halepensis als dominierender Baum mit Unterwuchs aus Erica australis, Zistrosen, Calluna vulgaris und gelegentlich Phillyrea angustifolia, sowie P. latifolia:

In Küstennähe, dort wo die menschlichen Eingriffe am stärksten sind, sind Tamarisken das domierende baumförmige Element. Die salzhaltige Luft führt zu einer eigenen littoralen Flora, die bis etwa 500 m landeinwärts reicht. Dort, wo das Salz seinen Einfluß verliert, beginnt schon die Garrigue, zumeist mit Pinus halepensis und niedrigem Unterwuchs. Salzhaltige Luft und sandige Böden überleben nur spezialisierte Pflanzen, Tamarisken sind einige von Ihnen:

Hier unterpflanzt mit Yucca gloriosa.
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