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Impatiensarten im Arboretum Wuppertal-Burgholz
Impatiens, das Springkraut, ist eine häufig in unseren Wäldern anzutreffende Pflanzengattung. Sie ist besonders bei Kindern beliebt, da die reifen Kapselfrüchte durch Berührung explosionsartig aufspringen und so die Samen weit verstreuen. Dieser allgemein auch Ballochorie (Samenverbreitung durch Schleudervorgänge) oder speziell beim Springkraut Hydroballochorie (Samenverbreitung durch Saftdruckmechanismen) genannte Mechanismus kommt nicht bei sehr vielen Spezies in Mitteleuropa vor und ist daher mit ein Grund für den Bekanntheitsgrad der Springkräuter.

Von den vier Arten die in Mitteleuropa vorkommen ist lediglich eine Art einheimisch, das heißt, sie kam schon vor der Entdeckung Amerikas 1492 in der mitteleuropäischen Natur vor. Es ist Impatiens noli-tangere L., das Großblütrige Springkraut oder Rühr-mich-nicht-an. Alle anderen Arten sind nicht einheimisch und haben sich später eingebürgert (Neophyten). Impatiens noli-tangere ist von den Alpen, über die Mittelgebirge und die Ebenen, bis hin zu den Küsten verbreitet, wird allerdings durch die nicht einheimischen Arten in ihrer Häufigkeit bedrängt. Im Arboretum Burgholz finden sich nur einzelne Pflanzen oder kleinere Bestände, die sich vorwiegend entlang von Ruderalstellen (vom Menschen gestörte, aber nicht kultivierte Standorte, beispielsweise Wegränder oder Schuttflächen) ausbreiten. Am häufigsten findet man I. noli-tangere und die anderen beiden Arten an gemähten Wegesrändern oder an Stellen die durch Holzeinschlag frei geworden sind.

Das auffälligste Merkmal von Impatiens noli-tangere ist die große, gelbe Blüte, die diese Art gut von den anderen unterscheidet. Sie wird bis zu 30 mm lang und hat einen langen, rückwärtigen, deutlich erkennbaren Sporn, der gekrümmt ist:



Eine ähnlich gebaute Blüte besitzt Impatiens glandulifera Royle, das Indische Springkraut. Diese aus dem Himalaya stammende Art zeichnet sich ebenfalls durch große Blüten aus, die im Gegensatz zu I. noli-tangere rosa, purpurrot oder manchmal auch weiß sind. Die Blüten erscheinen zudem in aufrechten Trauben. Mit einer Gesamthöhe von bis zu 2 m wird I. glandulifera deutlich größer als das einheimische Pendant. Dies dürfte mit eine Ursache für die Verdrängung der oft nur halb so großen I. noli-tangere sein. In Springkraut-Beständen wird I. glandulifera schnell gegenüber anderen Pflanzen dominant und verdrängt diese deutlich, so dass im Arboretum überwiegend Reinbestände zu finden sind. Auch anderenorts gehört I. glandulifera zu den aggressiven Neophyten, die an Ruderalstellen und feuchten Standorten entlang von Flussufern oder Waldlichtungen zur Massenausbreitung neigen. Es sollte daher nicht verschwiegen werden, dass trotz der schönen Blüte eine Problemart vorliegt, die man besser nicht im Garten kultiviert.



Neben Impatiens glandulifera findet sich recht häufig die aus Nord-Asien eingeführte Impatiens parviflora DC., das Kleinblütige Springkraut. Auffällig ist, wie der Name schon andeutet, die wesentlich kleinere Blüte. Mit maximal 18 mm ist sie kaum halb so groß wie die Blüten der anderen beiden Arten. Der Blütenbau ist ähnlich der beiden, die Farbe gelb wie bei I. noli-tangere. Während in den 1970er bis 1990er Jahren I. parviflora noch allgemein zu den häufigsten Springkräutern im Arboretum gehörte, tritt diese Art mehr und mehr zurück, besonders an Stellen wo I. glandulifera und besonders der Japanische Flügelknöterich, Fallopia japonica (Houtt.) Ronse-Decr., wächst. Hier mag ebenfalls die kleinere Gesamtgröße eine bedeutende Rolle in der Unterlegenheit in Springkraut-Beständen spielen.



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