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Silber-Akazie, Fabaceae - Hülsenfruchtgewächse
Sommer-, Herbstblüher (Nordhemisphäre), IV–X, bis 15(–30) m hoch, immergrün, mehrjährig

Die Silber-Akazien sind Sträucher oder Bäume bis 15 m Höhe, seltener mehr. Sie stammen aus Südostautralien, wo sie besonders als Pinoieart nach Feuern rasch die freien Standorte besiedeln, da sie über das Rhizom unterirdische Ausläufer bilden. Die Pflanzen sind meist nicht sehr langlebig, etwa 30–40 Jahre, und werden dann von anderen Arten verdrängt. Die Borke älterer Bäume ist glatt und grau-braun. Junge Triebe sind grau, wollig behaart und bereift. Die Laubblätter sind 2-fach gefiedert, 5–12 cm lang, silber-grün bis gelb-grün, flaumig behaart, mit 10–25 Fiederblättern und 26–26 Paaren Fiederblättchen, die dicht stehen und bis 3,5 mm lang sind. Die Blütenköpfe sind achselständige Rispen oder Trauben, gelb bis orangefarben, 6–7 mm im Durchmesser und kurz gestielt. Später bilden sich rot-braune bis schwarze Hülsenfrüchte, die 3–8 cm lang sind und elliptische, flache Samen enthalten.

Montane und subalpine Ökotypen werden von manchen Autoren als ssp. subalpina Tindale & Kodela akzeptiert. Diese sind meist Sträucher bis 5 m Höhe, selten mehr, und haben kleinere Laubblätter, bis maximal 8,5 cm lang. Weitere Informationen siehe Acacia Mill.



Abb. 1 Sich bildender, traubiger Blütenstand von Acacia dealbata in einem Privatgarten in Perpignan, Südfrankreich, 12.10.2005 Abb. 2 Blütenstand von Acacia dealbata im voll erblühten Zustand. Privatgarten in Loreto, Italien, 02.07.2003

Abb. 3 Großer Baum der Acacia dealbata in einer Hotelanlage nahe Olhos de Agua, Algarve, Prtugal, 26.10.2002, 18 m, 37° 05' 07 N, 08° 09' 30 W Abb. 4 Blühender, langjährig ausgepflanzter Baum von Acacia dealbata in einem Privatgarten in Düsseldorf-Benrath, 23.08.2003

Abb. 5 Laubblätter und Blüten von Acacia dealbata, wie Abb. 4, Privatgarten in Düsseldorf-Benrath, 23.08.2003 Abb. 6 Die gelben Blüten von Acacia dealbata duften aromatisch, wie Abb. 4, Privatgarten in Düsseldorf-Benrath, 23.08.2003

Abb. 7 Baumstumpf der Acacia dealbata mit zahlreichen Neutrieben nach Winterschaden 2008/09, Pflanze wie Abb. 4, Privatgarten in Düsseldorf-Benrath,13.12.2009 Abb. 8 Reichlich Neuaustrieb der Acacia dealbata nach Winterschaden 2008/09, Pflanze wie Abb. 4 und 7, Privatgarten in Düsseldorf-Benrath,13.12.2009

Abb. 9 Das filigrane, silbrig-grüne Laubblatt der Acacia dealbata, Pflanze wie Abb. 4 und 7, Privatgarten in Düsseldorf-Benrath,13.12.2009

Der Gattungsname Acacia Mill. wurde schon im Altertum als gr. "akakia" genutzt; zuerst erwähnt als "dorniger Baum Ägyptens" bei Herodotos. Wahrscheinlich kommt darin das indogermanische "ak-" (= spitz) vor; für die zu Dornen umgebildeten Nebenblätter bei vielen Arten. Das Epitheton dealbata stammt von lat. "dealbatus" (= weiß bestäubt), nach den filigranen, silbrig-weiß glänzenden Laubblättern oder der weißen Borke älterer Exemplare, besonders jener an feuchten montanen Standorten in Südostaustralien, wo weißen Flechten den Stamm bedecken.

Besonders von der ssp. subalpina gibt es zahlreiche Freilandversuche in Mitteleuropa. Langfristige Erfolge sind jedoch nicht bekannt, gleichwohl einige Pflanzen viele Jahre überlebt haben und selbst nach schwerem Frostschaden überlebten. In den wintermilden Regionen können an geschützter Stelle die Pflanzen durchaus einige Jahre den Garten schmücken. Nach wiederholtem Zurückfrieren jedoch stirbt die ssp. subalpina meist ab. Viele der mittelfristig erfolgreich angebauten Pflanzen sind so beispielsweise nach der Folge kalter Winter zwischen 2008 und 2012 abgestorben. Dies mag auch mit der generell kurzen Lebensdauer der Art zusammen hängen oder mit Pilzinfektionen, die in die Pflanzen nach Schädigungen eindringen können. Nichtsdestotrotz ist die Silber-Akazie mit ihrem silbrigen, filigranen Blattwerk und der profusen, aromatischen Blüte ein exotischer Flor für den Garten, sei es auch nur für einige Jahre. Man wählt hierzu einen geschützten Standort vor einer Wand, am besten in Südrichtung und kann nötigenfalls die erreichbaren Stammpartien in kalten Winter mit Vlies umwickeln. Ansonsten ist die Art sehr anspruchslos, gedeiht auf unterschiedlichen Böden, verträgt auch feuchtere und trockenere Standorte.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Acacia dealbata. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/acacia-dealbata.html am Tg.Mo.Jahr.

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