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Acacia retinodes Schltdl.
Harz-Akazie, Fabaceae - Hülsenfruchtgewächse
Nordfrühlingblüher, VI–IV, 4–10 m hoch, immergrün, mehrjährig

Die Harz-Akazie stammt aus Süd-Australien und Tasmanien, wo die Pflanzen meist in küstennahen Standorten an Gewässern, Sümpfen oder auf Dünen wächst. Es sind Sträucher oder kleine Bäume bis maximal 10 m Höhe bei ausreichend Niederschlag oder Bodenwasser. Meist verzweigen sich die Pflanzen schon in den unteren Stammbereichen, bilden eine runde, breite oder ausladende Krone mit überhängenden Zweigen. Junge Zweige sind oft abgeflacht oder geflügelt, kahl oder leicht behaart. Die Phyllodien (blattähnlich umgebildete Blattstiele) sind schmal länglich, 3–22 cm lang, grün bis grau-grün, mit 1 zentralen Nerven und meist etwas sichelförmig gebogen. Die Blüten stehen in 18–52-blütigen, bis zu 4 cm langen Trauben, sind cremegelb bis goldfarben, mit 2–7 mm langen Stielen. Die Blütenköpfe sind kugelig. Später bilden sich gerade, lineare, bis 16 cm lange Hülsenfrüchte.

Von Acacia retinodes werden von manchen Autoren mehrere Unterarten beschrieben, die sich in Blütenfarbe, Blütenkopfgröße und Behaarung der Phyllodien unterscheiden. In warmen Ländern wird A. retinodes häufiger zu ornamentalen Zwecken angebaut und mancherorts verwildert. Sie verträgt geringe Fröste. Weitere Informationen siehe Acacia Mill.



Abb. 1 Blüten der Acacia retinodes an einem Strauch an einem Straßenrand bei Ayamonte, Südspanien, 22.03.2008 Abb. 2 Profus blühender Strauch der Acacia retinodes wie Abb. 1, an einem Straßenrand bei Ayamonte, Südspanien, 22.03.2008

Abb. 3 Gut erkannbar, dass die Blütenlöpfchen der Acacia retinodes in einem traubigen Gesamtblütenstand erscheinen. Wie Abb. 1 an einem Straßenrand bei Ayamonte, Südspanien, 22.03.2008 Abb. 4 Ein weiterer, reichlich blühender Strauch der Acacia retinodes, Straßenrand bei Ayamonte, Südspanien, 22.03.2008

Abb. 5 Blühender Strauch und Baum der Acacia retinodes, Straßenrand bei Ayamonte, Südspanien, 22.03.2008 Abb. 6 Die Phyllodien der Acacia retinodes sind gräulich-grün, schmal länglich und oft leicht gebogen, Privatgarten bei Olhos de Agua, Algarve, Portugal, 26.10.2002

Der Gattungsname Acacia wurde schon im Altertum als gr. "akakia" genutzt; zuerst erwähnt als "dorniger Baum Ägyptens" bei Herodotos. Wahrscheinlich kommt darin das indogermanische "ak-" (= spitz) vor; für die zu Dornen umgebildeten Nebenblätter bei vielen Arten. Das Epitheton retinodes stammt von gr. "rhetinodes" (= harzig), nach dem Holz, welches einen Schleimstoff absondert. Die Art gilt als guter Harzlieferant.

Acacia retinodes verträgt geringe Fröste, dürfte aber nicht für das mitteleuropäische Freiland geeignet sein. Die Frosttoleranz liegt bei etwa –7 °C, Z 8b.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Acacia retinodes. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/acacia-retinodes.html am Tg.Mo.Jahr.

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