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Aciphylla J. R. Forst. & G. Forst.
Sperrgras, Speergras, Apiaceae - Doldenblütler

Gattung mit etwa 52 Arten zumeist immergrüner, oft yucca-ähnlicher Doldenblütler, die überwiegend aus Neuseeland, aber auch dem australischen Festland vorkommen. Die Laubblätter sind in einer basalen Rosette angeordnet, meist steif, linear, einfach oder unregelmäßig fiederschnittig oder gefiedert, meist spitz zulaufend. Die Blütenstände sind große, terminale Rispen mit langen Blütenstandsstielen, pyramidenförmig oder kandelaberartig, zusammengesetzt aus zahlreichen doldenförmigen Teilblütenständen. Männliche Pflanzen haben lockere Einzeldolden und sind streng eingeschlechtlich. Weibliche Pflanzen haben dichtere Einzeldolden und tragen sporadisch einzelne männliche Blüten. Die Einzelblüten sind dicht stehend, weiß oder geblich. Später bilden sich schmal längliche Früchte mit geflügelten Leisten.

Aciphylla aurea W. R. B. Oliv., das Gold-Sperrgras, stammt aus Neuseeland und bildet bis 1 m große Rosetten aus 1–2-fach gefiederten, gelbgrünen, bis 70 cm langen Laubblättern. Es gibt 2–4 Fiederblätter, die bis 20 mm lang und 9 mm breit sind und stechend. Nebenblätter sind bis 27 cm lang, 8 mm breit und ebenfalls stechend. Die Blütenstände sind bis 80 cm hoch, pyramidenförmig und entlang der gesamten Länge mit Hochblättern versehen. Die Früchte sind länglich-elliptisch, bis 6 mm lang, mit 3–4 geflügelten Leisten. Mit A. aurea gibt es die meisten Freilanderfahrungen in Mitteleuropa. Trotz der ausgezeichneten Winterhärte - Huxley et al. (1999) geben Z 5 an - ist die Lebensdauer im mitteleuropäischen Klima begrenzt und es gibt keine langfristig erfolgreich kultivierten Freilandexemplare.

Aciphylla scott-thomsonii Cockayne & Allan, das Riesen-Sperrgras, stammt aus Neuseeland und gehört mit 3 m Höhe zu den größten Sperrgräsern. Die Pflanzen bilden dichte Horste aus mehreren Rosetten. Die Laubblätter sind bis 150 cm lang, 1–2-fach gefiedert, mit 35–45 cm langen und bis 2 cm breiten Fiederblättern, grau-grün, randständig fein gesägt und mit rötlicher Mittelrippe. Die Blütenstände sich schmal pyramidenförmig mit langen, linear-lanzettlichen Hochblättern, die über die Einzeldolden hinaus reichen.

Aciphylla subflabellata
W. R. B. Oliv., das Fächer-Sperrgras, stammt aus Neuseeland und bildet bis 50 cm hohe, dichte Rosetten. Die Laubblätter sind bis 50 cm lang, 2-fach fächerartig gefiedert, mit bis zu 23 cm langen Fiederblättchen. Randständig sind die Laubblätter fein gesägt. Die Blütenstände sich schmal eilänglich, gelblich, mit langen, linear-lanzettlichen Hochblättern, die über die Einzeldolden hinaus reichen.


Abb. 1 Winteraspekt der Rosette einer Aciphylla subflabellata in einem Steingarten, Privatgarten, Winter 1997/98 Abb. 2 Rosette der Aciphylla subflabellata mit hellgrünen bis gelblichen Laubblättern, Privatgarten, 09.03.1998

Abb. 3 Jungpflanze der Aciphylla scott-thomsonii mit den schon gefiederten Laubblättern, Privatgarten, Frühjahr 1998 Abb. 4 Winteraspekt der Rosette einer Aciphylla aurea in einem Steingarten, Privatgarten, Winter 1997/98


Der Gattungsname Aciphylla leitet sich ab von gr. "akis" (= Spitze) und gr. "phyllon" (= Blatt), nach den zumeist spitzen Laubblättern.

Viele Aciphyllae werden bis Z 7, teilweise sogar bis Z 5 gelistet. Dies lässt sich auf das mitteleuropäische Klima leider nicht direkt übertragen. Sicherlich überleben die härteren Arten einige Jahre im Garten und können durchaus zu architektonisch ansprechenden Exemplaren heranwachsen, jedoch ist die Lebensdauer begrenzt. Dies hängt womöglich mit den klimatischen Charakteristika zusammen, die sich deutlich vom zwar gemäßigten, aber dennoch ausgeglicheneren Klima der südlichen Regionen Neuseelands unterscheiden. Auch können Bodenfaktoren eine Rolle spielen. Nach dem Auspflanzen sollten Sperrgräser nicht mehr versetzt werden, da sie sonst kollabieren.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Aciphylla. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/aciphylla.html am Tg.Mo.Jahr.

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