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Aethusa cynapium L.
Hundspetersilie, Gleiße, Apiaceae - Doldenblütler
Ende Frühsommerblüher, VI–IX, 05–210 cm hoch, immergrün, ein-, zweijährig, kurzlebig

Die Hundspetersilie tritt verbreitet bis gemein in den meisten Gebieten Mitteleuropas auf und besiedelt gerne Weinberge, Gärten, Ackerfluren, ruderale Stellen entlang von Wegen, an Waldsäumen oder auf Schuttflächen. Es sind ein- bis zweijährige oder kurzlebige, aufrecht wachsende Pflanzen mit runden, leicht kantigen, grünen, am Grund oft violett unterlaufenen, bereiften Stängeln. Die Laubblätter sind stark glänzend, im Umriss 3-eckig und 2–3-fach gefiedert. Die Dolden bestehen aus 5–15 Döldchen und haben keine oder bis 2 Hüllblätter (Hüllblätter sind bei Doldenblütler die Hochblätter direkt unterhalb des Blütenstandes, Hüllchenblätter jene unterhalb der Teildolden = Döldchen). Hüllchenblätter unterhalb der Döldchen gibt es 3–4, sie sind fadenförmig, typischerweise länger als die Döldchen und nur auf deren Außenseite. Die Früchte sind breit eiförmig, 2–4 mm lang und kantig gerippt



Abb. 1 Ein 2–3-fach gefiedertes Laubblatt des Aethusa cynapium welches stark an die Küchen-Petersilie erinnert. An einem Ackerrand bei Kamen, 04.06.2016, 64 m, 51° 34' 30 N, 07° 37' 20 O Abb. 2 Typisch für das Aethusa cynapium sind die abstehenden und direkt erkennbaren Hüllchenblätter, die sich beim Entfalten des Blütenstandes sternförmig in der Doldenebene ausbreiten. Ackerrand bei Kamen, 04.06.2016, 64 m, 51° 34' 30 N, 07° 37' 20 O

Abb. 3 Laubblatt des Aethusa cynapium an einem Ackerrand bei Kamen, 04.06.2016, 64 m, 51° 34' 30 N, 07° 37' 20 O Abb. 4 Die Stängel von Aethusa cynapium sind rund, leicht kantig, grün und bereift. Ackerrandstreifen bei Kamen, 04.06.2016, 64 m, 51° 34' 30 N, 07° 37' 20 O

Abb. 5 Die Früchte von Aethusa cynapium sind breit eiförmig, 2–4 mm lang und kantig gerippt, Wegesrand im Urft-Tal, Eifel, 10.08.2016, 437 m, 50° 30' 49 N, 06° 36' 31 O Abb. 6 Später sind die Hüllchenblätter von Aethusa cynapium nicht mehr ausgebreitet, sondern zurückgeschlagen, Wegesrand im Urft-Tal, Eifel, 10.08.2016, 437 m, 50° 30' 49 N, 06° 36' 31 O

Abb. 7 Dolde von Aethusa cynapium mit eher wenigen Döldchen, Wegesrand im Urft-Tal, Eifel, 10.08.2016, 437 m, 50° 30' 49 N, 06° 36' 31 O Abb. 8 Blühende Dolden stehen bei Aethusa cynapium neben fruchtenden, Wegesrand im Urft-Tal, Eifel, 10.08.2016, 437 m, 50° 30' 49 N, 06° 36' 31 O

Abb. 9 Die Laubblätter von Aethusa cynapium sind im Umriss 3-eckig und 2–3-fach gefiedert, Wegesrand im Urft-Tal, Eifel, 10.08.2016, 437 m, 50° 30' 49 N, 06° 36' 31 O Abb. 10 Etwa 185 cm großes Exemplar des Aethusa cynapium, welches von manchen Autoren als ssp. elata (G. Fisch.) Schübl. & G. Martens gesehen wird. Wegesrand im Urft-Tal, Eifel, 10.08.2016, 437 m, 50° 30' 49 N, 06° 36' 31 O


Der Gattungsname Aethusa L. und leitet sich ab von gr. "aithein" (= brennen, leuchten), nach den unterseits glänzenden Laubblättern. Das Epitheton cynapium stammt von gr. "kyon" (= Hund), Genitiv "kynos", und lat. "apium" (= Sellerie), nach der knoblauchartig riechenden, giftigen Art, die der Petersilie und dem Sellerie ähnelt.

Aethusa cynapium ist eine Pflanze für den naturnahen Garten und dürfte wohl eher wenig zum Einsatz kommen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Aethusa cynapium. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/aethusa-cynapium.html am Tg.Mo.Jahr.

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