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Aloe commixta A. Berger
     synonym: Aloiampelos commixta (A. Berger) Klopper & Gideon F. Sm.
Kapstadt-Aloe, Liliaceae - Liliengewächse
                   (auch: Aloaceae - Aloegewächse; Asphodelaceae - Affodillgewächse)
Sommerblüher, VI–VIII, 10–175 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Die Kapstadt-Aloe stammt aus Südafrika, wo die Pflanzen ausschließlich in einem kleinen Gebiet des Tafelbergs von Kapstadt wachsen. Dort findet man sie in den Felshabitaten oder Strauchgesellschaften in Höhen von etwa 1.500 m über NN. Die Art ist als gefährdet eingestuft. Sie bildet niederliegende bis aufsteigende oder aufrechte Stämme bis etwa 100 cm Länge, die 2–2,5 cm im Durchmesser sind. Alte Exemplare verzweigen sich und treiben neue Zweige aus dem Rhizom oder dem "Holz", so dass im Laufe der Zeit dichte Sträucher entstehen. Die Laubblätter sind lanzettlich, schwertähnlich zulaufend, bis 20 cm lang und 3 cm breit, kahl, dunkelgrün, sukkulent und an den Rändern mit weichen, 1–2 mm großen, weißen Zähnchen, die in Abständen von 2–4 mm sitzen. Die Blattscheide ist deutlich grün gestreift. Die Blütenstände sind bis 30–35 cm hoch, ungeteilt, mit fast kopfigen bis kurz eiförmigen, 5–7 cm langen, lockeren Rispen. Hochblätter sind 3-eckig und spitz zulaufend. Die Blüten sind rötlich-gelb bis orangefarben, 40 mm groß.

Seit 2013 wird von manchen Autoren die Art in die Gattung Aloiampelos Klopper & Gideon F. Sm. gestellt, da phylogenetische Untersucherungen ergaben, dass eine kleine Gruppe von Pflanzen der Gattung Aloe L. einen eigenen Entwicklungszweig darstellt. Hierzu gehört unter anderem die morphologisch sehr ähnliche Aloe striatula Haw., die deutlich aufrechter wächst, etwas längere und schlankere Blätter hat, sowie einen längeren, zylindrischen bis konischen Blütenstand, in dem die Einzelblüten wesentlich dichter sitzen.



Abb. 1 Blütenstand der Aloe commixta in einem Privatgarten am Strand von San Giovanni, Muravera, Sardinien, 17.10.2016 Abb. 2 Niederliegende Sprossachse der Aloe commixta in einem Privatgarten am Strand von San Giovanni, Muravera, Sardinien, 17.10.2016

Abb. 1 Laubblätter der Aloe commixta in einem Privatgarten am Strand von San Giovanni, Muravera, Sardinien, 17.10.2016


Der Gattungsname Aloe wurde schon im Altertum genutzt und ist von Linné so übernommen worden. Ob die etymologische Wurzel sich von hebräisch "ahalim" (= bitteres Aloeholz) wegen der Bitterkeit des Pflanzengewebes oder von syrisch "elewa" (= Biestmilch) wegen der Ähnlichkeit mit der ersten Muttermilch ableitet, ist nicht eindeutig. Der Gattungsname Aloiampelos setzt sich zusammen aus Aloe und gr. "ampelos" (= Weinstock, Rebe), was sich auf den meist aufrechten, rebenähnlichen Wuchshabitus bezieht, in Abgrenzung zu anderen Arten der Aloe, die nicht derart aufrechte Sprossachsen bilden. Das Epitheton commixta meint lat. "commixtus" (= vermischt) und meint vielleicht den Habitus, der zwischen der aufrechten A. striatula und anderen, niedrig wachsenden Arten der Gattung liegt.

Von der Kapstadt-Aloe gibt es nut wenige Berichte über die Frosttoleranz. Spekulativ könnte bis –8 °C möglich sein. Vor dem Auspflanzen wäre daher ein Reserverableger sinnvoll, den man innen überwintert. Eine Kultur im Kübel ist unkompliziert ist, da die Pflanzen lange Trockenheit, dauerhafte Kühle im Winter und starke Sonnneneinstrahlung gut tolerieren.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Newton, L. E. 2001: Aloaceae. In: Eggli., U: Illustrated Handbook of Succulent Plants: Monocotyledons. – Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, New York, 102–223.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Aloe commixta. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/aloe-commixta.html am Tg.Mo.Jahr.

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