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Artemisia abrotanum L.
Eberraute, Asteraceae (= Compositae) - Korbblütler
Spätsommerblüher, VII–X, 40–130 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Eberraute tritt in Mitteleuropa unbeständig zerstreut bis verbreitet auf. Ursprünglich stammt die Art aus dem südöstlichen Europa und Westasien, vom ex-jugoslawischen Mittelmeergebiet bis nach Armenien und wird schon seit dem 9. Jahrhundert in mitteleuropäischen Garten angebaut (Archäophyt). In Nordamerika ist die Art ebenfalls eingebürgert. Am Naturstandort wachsen die Pflanzen bevorzugt in Stromtälern, feuchten Salzwiesen und Strauchgesellschaften der Steppen. In Mitteleuropa handelt es sich um aus Gärten verwilderte Bestände an Ruderalstandorten, Mauern oder Weinbergsbrachen, gerne auf basenreichen Böden.

Unter den Artemisiae L. ist die Eberraute eine der wenigen Arten, die als Halbstrauch wächst, verholzt und daher an idealen Standorten sogar fast bis Mannshöhe erreichen kann. Die Stängel verzweigen und sind im oberen, nicht verholzten Bereich kahl oder nur wenig behaart. Das filigrane Blatt ist grau-grün, aromatisch nach Zitrone duftend, durchscheinend punktiert, ohne Öhrchen, 2–3-fach fiederschnittig mit fädigen, 5–15 mm langen, bis 1 mm breiten Zipfeln. Im Spätsommer erscheinen die Blütenköpfchen in rispenförmigen, terminalen Gesamtblütenständen. Die Blütenköpfchen sind kugelig, nickend und 2,5–4 mm im Durchmesser.


Abb. 1 Die filigranen, 2–3-fach gefiederten Blätter von Artemisia abrotanum, Privatgarten, 19.08.2014 Abb. 2 Knapp 100 cm hoher Halbstrauch der Artemisia abrotanum in einem Privatgarten im Sommer

Abb. 3 Etwa 3-jährige Jungpflanze der Artemisia abrotanum mit verholzter "Basis", 30–40 cm im 1,5L-Topf, Privatgarten Abb. 4 Die filigranen, 2–3-fach gefiederten Blätter von Artemisia abrotanum sind grün-silbrig und duften aromatisch, Privatgarten


Der Gattungsname Artemisia wurde schon in der Antike genutzt, gr. "artemisia" (= Sammelbezeichnung für eine Reihe von Heilpflanzen der Gattung, die besonders zur Behandlung von Frauenleiden genutzt wurden und daher den Namen der Artemisia Eileithyia erhielten). Das Epitheton abrotanum ist ein altes Lehnwort welches ebenfalls schon in der Antike genutzt wurde, gr. "abrotonon" (= Eberraute), als Benennung mehrer Arten der Artemisiae und nicht alleinig der A. abrotanum. Da abrotanum ein Eigenwort ist, wird es nicht weiblich gebeugt wie die anderen Arten der Gattung, sondern behält seine lateinische -um Endung.

Schon im Mittelalter wurde die Eberraute in Mitteleuropa als Aroma- und Heilpflanze kultiviert. Auch in der Küche fand sie als Gewürz Anwendung. Beides hat sich jedoch weitgehend verloren, obwohl Artemisia abrotanum durchaus trockenresistent ist und hervorragend als architekonische Pflanze im Yuccabeet, Steingarten oder der mediterrranen Pflanzung verwendet werden kann. Habitus und das filigrane Blatt lassen sich gut zur mediterrranen Gestaltung einsetzen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Jäger, E. J., Ebel, F., Hanelt, P. & Müller, G. K. 2007: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Nutz- und Zierpflanzen. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 874 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2022: Artemisia abrotanum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/artemisia-abrotanum.html am Tg.Mo.Jahr.

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