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Asarum caudatum Lindl.
synonym: Asarum hookeri Fielding & Gardner
               Asarum rotundifolium Raf.
Westliche Haselwurz, Geschwänzte Haselwurz, Aristolochiaceae - Osterluzeigewächse
Frühlingblüher, IV–VII, 05–15 cm hoch, (sommer-)immergrün, mehrjährig

Die Westliche Haselwurz stammt aus Nordamerika, wo die Pflanzen an feuchteren Standorten in bodensauren Koniferenwäldern von Meereshöhe bis auf 2.200 m über NN wachsen. Die Pflanzen bilden ein reichlich verzweigendes, dünnes, sich horizontal ausbreitendes Rhizom mit bis zu 6,5 cm langen Abschnitten zwischen den Knoten. Die Laubblätter sind herzförmig, 4,5–12 cm lang und bis 8,5 cm breit, haben einen bis 17 cm langen Stiel, sind unterseits kahl oder etwas behaart und oberseits meist dünn behaart. Die Blüten haben einen bis 5 cm langen Stiel, stehen einzeln, sind glockig, 3(–4)-teilig mit verwachsenen Blütenhüllblättern, außen behaart, purpurbraun oder selten grünlich, innen weiß mit purpurpfarbenen Streifen und meist kahl oder selten mit weißen Haaren. Typischerweise haben die Blütenhüllblätter fadenförmige, bis 7,5 cm lange, locker behaarte, schwanzähnliche Fortsätze. Innerhalb der Blütenglocke finden sich außen braun-schwarze, bis 2 mm große Pollensäcke und innen leuchtend rote, sterile, bis 1 mm große Staubblätter.

Einzelne Sippen des Asarum caudatum haben nur kurze, bis 1,1 cm lange Fortsätze der Blütenhülle; diese Sippen ähneln dem A. lemmonii S. Watson. Indigene Völker nutzten die Pflanzen zur Schmerzbehandlung und als Tonikum.

Abb. 1 Außen behaarte Blüte des Asarum caudatum mit den langen, schwanzförmigen Fortsätzen, Privatgarten, 09.04.2017 Abb. 2 Blüte des Asarum caudatum mit den innenseitigen, roten Staubblättern, Privatgarten, 09.04.2017

Abb. 3 Herzförmiges, oberseits kahles Laubblatt von Asarum caudatum, Privatgarten, 09.04.2017


Der Gattungsname Asarum L. leitet sich ab von gr. "asaron" (= Haselwurz) und ist nicht eindeutig geklärt, könnte eine Ableitung von gr. "aron" (= Aronstab) sein, später zu lat. "asaron" (= Asarum). Das Epitheton caudatum stammt von lat. "cauda" (= Schwanz), nach den schwnazartigen Fortsätzen der Perigone.

Die Westliche Haselwurz ist ausreichend hart für eine Kultur im mitteleruopäischen Garten. Im Gegensatz zur Europäischen Haselwurz, Asarum europaeum L., die auf kalk- oder basenreichen Böden wächst, bevorzugt die Westliche Haselwurz bodensaure Standorte. Ideal ist ein schattiger bis halbschattiger Platz mit feuchtem Boden und reichlich Mull.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Asarum caudatum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/asarum-caudatum.html am Tg.Mo.Jahr.

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