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Asparagus horridus L.
    synonym: Asparagus stipularis Forssk.
Schrecklicher Spargel, Rauher Spargel, Asparagaceae - Spargelgewächse
Frühling-, Sommerblüher, III–X, 50–100 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Der Schreckliche Spargel ist im gesamten Mittelmeerraum verbreitet. Er tritt häufig auf und besiedelt gerne Garrigues, Wegränder, die Felsen der Küsten oder Mauern. Er ist ein Halbstrauch, der bis zu 1 m Höhe erreichen kann. Die Stängel sind fein gerillt und tragen kräftige, grau grüne Phyllokladien (= blattartige Kurzsprosse), die zu Dornen umgebildet sind, 1–5 cm lang sind, meist einzeln oder zu 2–3. Am Grund der Phyllokladien finden sich bis zu 2 kleine, zu häutigen Schuppen umgebildete Blätter. Die Blüten stehen zu 2–8 in Büscheln, sind bis 4 mm lang und gelbgrün bis violett. Später bilden sich runde, erst grüne, dann schwarze Beerenfrüchte.



Abb. 1 Unreife grüne und reife schwarze Früchte des Asparagus horridus in der Garrigue bei der Nuraghe Scalas, westlich von Costa Rei, Sardinien, 72 m, 39° 16' 15 N 09° 33' 50 O, 15.10.2016 Abb. 2 Habitus des Asparagus horridus, an der Felsküste bei Sant'Elmo, Sardinien, 9 m, 39° 12' 57 N 09° 34 00 O, 15.10.2016

Abb. 3 Im Sand freigespültes, tiefreichendes Rhizom von Asparagus horridus am Strand bei Sant'Elmo, Sardinien, 0 m, 39° 13' 06 N 09° 34 05 O, 15.10.2016 Abb. 4 Dornige Sprossachsen von Asparagus horridus, an der Felsküste bei Sant'Elmo, Sardinien, 10 m, 39° 12' 57 N 09° 34 04 O, 15.10.2016


Schon antik wurde der Gattungsname Asparagus L. genutzt, gr. "asparagos" (= Spargel). Sein etymologisches Motiv könnte "sprossen" sein, nach litauisch "spurgas" (= Spross) oder altindisch "sphurjati" (= hervorbrechen). Das Epitheton horridus stammt von lat. "horridus" (= starrend, rauh, struppig) , nach dem dornigen Habitus der Pflanzen.

Asparagus horridus sind dekorative Pflanzen, die durch den immergrüner Habitus, den dichten Fruchtbesatz und die bizarren Phyllokladien auffallen. Mittelfristige Versuche versprechen eine Winterhärte bis Z 7b, eventuell mehr. Wie bei vielen Spargelgewächse, können die Pflanzen sich nach dem Zurückfrieren aus dem fleischigen Rhizom gut regenerieren. Ideal ist ein warmer, sonniger Platz.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Polunin, O. & Smythies, B. E. 1997: Flowers of South-West Europe. – Oxford University Press, Oxford, New York, 480 S.
Schönfelder, I. & Schönfelder, P. 2002: Kosmos Atlas Mittelmeer- und Kanarenflora. – Kosmos-Verlag, Stuttgart, 303 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Asparagus horridus. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/asparagus-horridus.html am Tg.Mo.Jahr.

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