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Asphodelus aestivus Brot.
  synonym: Asphodelus microcarpus var. aestivus (Brot.) Nyman
Kleinfrüchtiger Affodill, Liliaceae - Liliengewächse
                       auch: Asphodelaceae - Affodillgewächse
                                Xanthorrhoeaceae -  Grasbaumgewächse
Frühling-, Sommerblüher, III–VII, 50–150 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Der Kleinfrüchtige Affodill stammt aus dem westlichen Mittelmeerraum (Spanien und Portugal), wo die Pflanzen in Felsfluren, der Garrigue, auf Weideflächen und Ruderalstandorten wachsen. Es sind immergrüne Pflanzen mit spindelförmiger Wurzel, aus dem grundständige Blattschöpfe mit graublauen, 1–4 cm breiten, flachen und etwas gekielten Laubblättern entspringen. Der Blütenstand ist relativ groß, reich verzweigt, mehr oder weniger pyramidal mit kräftigem Schaft. Die Einzelblüten sind 3–4 cm breit und haben abstehende, weiße, 10–16 mm lange Blütenhüllblätter mit rotem Mittelnerv. Später bilden sich relativ kleine, 6–10 mm lange, ovale Kapselfrüchte.

Sehr ähnlich und oft Anlass zur Verwechselung bietet der Asphodelus ramosus L., der im gesamten Mittelmeergebiet vorkommt. Dieser hat größere Früchte und blüht im Frühling. Die Abgrenzung beider Arten ist nicht einheitlich. Manche Autoren fassen beide zusammen.


Abb. 1 Asphodelus aestivus mit Fruchtständen und den relativ kleinen Einzelfrüchten vom Vorjahr in der Garrigue nahe Ayamonte, Spanien, 23.03.2008, 50 m, 37° 14' 52 N, 07° 20' 13 W


Der Gattungsname Asphodelus L. existierte schon in der Antike, gr. "asphódelos" (= Asphodill), einem Fremdwort unbekannter Herkunft. Das Art-Epitheton aestivus stammt von lat. "aestivus" (= sommerlich), nach dem Blühzeitpunkt.

Asphodelus aestivus ist ein dekorativer Exot für das Sukkulentenbeet in den wintermilden Regionen. Die immergrünen, blaugrauen Laubblätter wirken sukkulent und bereichern den Steingarten oder die mediterrane Pflanzung. Ein sonniger, geschützter und trockener Standort, idealerweise mit kalkhaltigen Böden ist zu bevorzugen. Die Pflanzen sind bis Z 8 sicher hart, benötigen an kälteren Standorten bedarfsweisen Schutz durch Reisigauflage während der kältesten Tage und Wochen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Polunin, O. & Smythies, B. E. 1997: Flowers of South-West Europe. – Oxford University Press, Oxford, New York, 480 S.
Schönfelder, I. & Schönfelder, P. 2002: Kosmos Atlas Mittelmeer- und Kanarenflora. – Kosmos-Verlag, Stuttgart, 303 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Asphodelus aestivus. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/asphodelus-aestivus.html am Tg.Mo.Jahr.

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