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Baccharis sagittalis (Less.) DC.
Flügel-Kreuzstrauch, Asteraceae (= Compositae) - Korbblütler
Beginn Vollfrühlingblüher (?), IV–VI, 30–100 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Der Flügel-Kreuzstrauch stammt aus Südamerika, Bolivien, Argentinien bis Südchile, wo die Pflanzen in den mittleren Höhenstufen der südamerikanischen Kordilleren bis hinauf an die Baumgrenze wachsen. Bevorzugt werden Strauchgesellschaften entlang von Wasserläufen, offene Feuchtwiesen, Staudenfluren und sumpfige Standorte auf südexponierten Hängen besiedelt. Es sind immergrüne, kleine Sträucher, die sich über das Rhizom ausbreiten und wie alle Arten der Gattung zweihäusig sind. Die Stängel sind typischerweise deutlich geflügelt, meist mit keinen oder nur kurzlebigen, stumpf linearen Laubblättern. Die Blüten stehen endständig in kurzen Ähren an den Sprossachsen, sind weiß mit flachen Blütenkörben. Später bilden sich Nussfrüchtchen mit einem Schirmchen.

Abb. 1 Die geflügelten Stängel der Baccharis sagittalis im Palmengarten Frankfurt, 25.01.2015 Abb. 2 An den peripheren Sprossachsen der Baccharis sagittalis finden sich kleine Laubblätter, Palmengarten Frankfurt, 25.01.2015

Abb. 3 Die Fruchtstände der Baccharis sagittalis stehen terminal. Botanischer Garten Bonn, 07.09.2016 Abb. 4 An den Blüten erkennt man, warum Baccharis sagittalis zu den Korbblütengewächsen ghört, Botanischer Garten Bonn, 07.09.2016

Abb. 5 Kräftige Pflanze der Baccharis sagittalis im Botanischen Garten Bonn, 07.09.2016

Der Gattungsname Baccaris L. stammt von gr. "bakkaris" und später lat. "baccaris", was sich auf Pflanzen bezog, deren Wurzeln ein kostbares Parfüm lieferten. Welche Arten nun genau damit gemeint waren, ist nicht geklärt. Das Epitheton sagittalis stammt von lat. "sagitta" (= Pfeil) und beschreibt die geflügelten Sprossachsen; als Vergleich mit einem zweiseitig gefiederten Pfeilschaft, nicht pfeilförmig.

Der Flügel-Kreuzstrauch ist in Mitteleuropa nur sehr selten in Kultur. Mittelfristige Erfahrungen deuten eine mögliche Winterhärte bis Z 8 an. Es dürfte empfehlenswert sein, die Pflanzen sonnig zu setzen und nicht in einer staunassen Umgebung wie am Naturstandort. Steingärten, das Alpinum oder bodensaure Xerophytenpflanzungen bieten sich hier, auch wenn noch Vieles sicherlich im Experimentalstadium ist.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Baccharis sagittalis. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/baccharis-sagittalis.html am Tg.Mo.Jahr.

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