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Bergenia ciliata (Haw.) Sternb.
Kashmir-Bergenie, Saxifragaceae - Steinbrechgewächse
Frühlingblüher, III–V, 10–30 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Kashmir-Bergenie stammt aus dem mittleren bis westlichen Himalaya, die Herkunft 'Kalamuni' vom Naturstandort des Trachycarpus takil Becc. in Uttarakhand, Nordindien. Sie besitzt wie die zahlreichen Gartenhybriden der Bergenie große, fast kreisrunde Blätter und einen im Spätfrühling erscheinenden, rötlich-weißen Blütenstand, der meist schon vor dem Laubaustrieb erscheint. Die Blätter sind randständig deutlich behaart. Im Himalaya besiedelt die Kashmir-Bergenie die trockenen Geröllhänge und Steinwände der mittleren Lagen. Aus Felsritzen bezieht sie Nährstoffe und Wasser. Dies erklärt, warum B. ciliata sehr trockentolerant ist.



Abb. 1 Rundliches, mit kräftiger Nervatur versehenes Blatt der Bergenia ciliata mit bewimpertem Blattrand, Privatgarten Abb. 2 Der Blütenstand der Bergenia ciliata erscheint schon vor dem Laubaustrieb, Privatgarten

Abb. 3 Großer Bestand der Bergenia ciliata im Gruga-Park Essen im zeitigen Frühjahr vor dem Blattaustrieb, 27.04.2013 Abb. 4 Der bewimperte Blattrand von Bergenia ciliata. Direkt nach dem Entfalten der Laubblätter sind diese noch rötlich.braun tingiert, Privatgarten

Abb. 5 Blütenstände von Bergenia ciliata am Naturstandort vor dem Blattaustrieb, Kalamuni, Uttarakhand, Indien, 13.04.2007 Abb. 6 Blütenstände von Bergenia ciliata am Naturstandort, Kalamuni, Uttarakhand, Indien, 13.04.2007

Abb. 7 Blühendes Exemplar der Bergenia ciliata in senkrechter Felswand, Kalamuni, Uttarakhand, Indien, 13.04.2007 Abb. 8 Etwa 3-jährige, schon blühfähige Jungpflanze der Bergenia ciliata im 1,5L-Topf

Abb. 9 Auch als Kübelpflanze ist die Bergenia ciliata hervorragend geeignet. Im Vorfrühling dekoriert sie mit ihren weiß-rötlichen Blüten die Veranda, Privatgarten, 07.04.2016 Abb. 10 Die selbe Kübelpflanze der Bergenia ciliata im Sommer, dekoriert mit ihren prächtigen, glänzend, grünen Laubblättern, Privatgarten, 13.09.2016


Der Gattungsname Bergenia Moench. wurde zu Ehren von Karl August von Bergen (1704–1759), dem deutschen Autor der Flora Francofurtana, etabliert. Das Epitheton ciliata stammt von lat. "cilium" (= Lid, Wimper) und beschreibt den "gewimperten" Blattrand der Art.

Im Garten zieht diese Bergenie nach den ersten stärkeren Frösten ein. Bisher gibt es nur wenige Erfahrungen mit Bergenia ciliata 'Kalamuni' im Freiland, so dass eine leichte Abdeckung ratsam erscheint. Alte Bestände wie jener im Gruga-Park lassen eine Zuordnung bis Z 8 vermuten, wahrscheinlich mehr, folgt man englischer Literatur. Neu gepflanzte Exemplare sollte man trotz der Trockenresistenz bis zu Etablierung regelmäßig gießen. Pflanzzeit ist das Frühjahr. Ansprüche an den Boden sind gering. Düngung ist nicht notwendig. Ein sonniger bis halbschattiger Platz im Garten ist ideal.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Bergenia ciliata. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/bergenia-ciliata.html am Tg.Mo.Jahr.

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