Startseite

Blechnum novae-zelandiae T. C. Chambers & P. A. Farrant
   synonym: Parablechnum novae-zelandiae (T. C. Chambers & P. A. Farrant) Gasper & Salino
Neuseeländischer Rippenfarn, Blechnaceae - Rippenfarngewächse
20–220 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Der Neuseeländische Rippenfarn stammt aus Neuseeland, einschließlich einiger Inseln, wo die Pflanzen an feuchteren Standorten von Meerehöhe bis submontan wachsen. Er gehört zuden am weitesten verbreiteten Farnen in Neuseeland und man findet ihn entlang von Straßen, an Gewässern, Felshabitaten, Plantagen und häufig adventiv in Siedlungen, Städten und auf Brachflächen. Er ist ein immergrüner Rippenfarn, der kriechende, manchmal aufsteigende, feste, faserige Rhizome bildet, die von linealen bis lanzettlichen, rötlich braunen, bis 16 mm großen Spreuschuppen bedeckt sind. Wie bei anderen Arten der Gattung Blechnum L. oder dem Straußenfarn, Matteucia struthiopteris (L.) Tod., besitzt der Neuseeländische Rippenfarn zwei Erscheinungsformen der Wedel: 1. Viele sterile Wedel, die den Winter in der Regel immergrün überdauern (Trophophylle). Beim Ausrollen sind die Wedel meist rötlich, später grün. Die Wedel sind je nach Standort bis 3,5 m lang (können an trockenen Stellen aber durchaus auch nur 10 cm lang sein) und bis 50 cm breit. Der Umriss der Wedel ist länglich oval oder lanzettlich, 1-fach gefiedert mit 5–50 Paar Fiederblätter. Die Fiederblätter sind bis 35 cm lang und 3 cm breit, lanzettlich bis oval-lanzettlich, mit fein gezähnten Rändern, unterseits mehr oder weniger mit Spreuschuppen bedeckt, oberseits kahl und grün. Auf der Rachis (Wedelachse) finden sich ebenfalls rötlich braune bis blass braune Spreuschuppen, die meist einen schwarzen Punkt aufweisen. Der Stiel ist bis 75 cm lang, etwa 1 cm breit, blass oder rötlich mit schwarzem Grund, bedeckt von rot-braunen Spreuschuppen, die meist einen schwarzen Punkt aufweisen. 2. Gibt es wenige fertile (sporentragende) Wedel, die meist einen etwas kürzeren Stiel haben und Fiederblätter, die bis 23 cm, 0,6 cm breit und linear sind und unterseits die Sori tragen, die von einem braunen Indusium (Häutchen) bedeckt sind.


Abb. 1 Blechnum novae-zelandiae zusammen mit Crocosmia ×crocosmiiflora (Lemoine) N. E. Br. an den Whangarai-Fall, Nordinsel Neuseeland, Nordinsel, 10.01.2017, Photo A. Härle Abb. 2 Wedelspreite des Blechnum novae-zelandiae in einem Schattenbeet in einem Privatgarten bei Putte, Belgien, 30.10.2016

Abb. 3 Wedel von Blechnum novae-zelandiae in einem Schattenbeet in einem Privatgarten bei Putte, Belgien, 30.10.2016 Abb. 4 Neu austreibende Wedel von Blechnum novae-zelandiae sind anfangs rötlich, später gelblich und erst bei Reife grün. Privatgarten bei Putte, Belgien, 30.10.2016


Nicht vollständig gesichert ist die Ableitung des Gattungsnamens Blechnum. Er ist griechischen Ursprungs, gr. "blachnon" (= eine Grasart), im attischen Dialekt "blechnon". Welches Benennungsmotiv dem Namen zugrunde liegt bleibt ungeklärt. Plinius der Ältere transkribierte den Namen ins Lateinische, lat. "blachnon" (= eine Farnpflanze) und meinte damit womöglich die wintergrünen Eigenschaften des Rippenfarns. Das Epitheton chilense bezieht sich auf den Naturstandort der Art, Chile. Das Epitheton novae-zelandiae bezieht sich auf den Naturstandort, Neuseeland.

Blechnum novae-zelandiae gehört zu den immergrünen, südhemisphärischen Farnen, die an geschützter Stelle mit Mull in den wintermilden Regionen durchaus "winterhart" sind. Ungeschützt können die Pflanzen nach härteren Wintern absterben. Pflanzen die sich wohlfühlen, breiten sich langsam über den unterirdischen Wurzelstock aus. Die Frosttoleranz der Wedel schwankt zwischen –5 und –11 °C. Der Caudex ("Stamm") hat eine vergleichbare Winterhärte. Unterhalb dieser Schwelle frieren die Pflanzen zurück, regenerieren sich aber oft aus dem Rhizom, wenn dieses gemulcht wurde. Die Art sollte einen halbschattigen bis schattigen Standort haben und der Boden sollte immer leicht feucht sein, damit die Pflanzen ausreichend große Wedel mit entsprechender Assimilationsfläche bilden, was die Winterhärte etwas bessern kann. Die Ansprüche an den Boden sind gering.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Blechnum novae-zelandiae. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/blechnum-novae-zelandiae.html am Tg.Mo.Jahr.

© Tropengarten

info@tropengarten.de