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Blechnum tabulare (Thunb.) Kuhn.<

   Synonyme: Blechnum magellanicum Mett., Pteris tabularis Thunb., Blechnum boryanum Schltdl., Blechnum imperiale (Fée & Glaz.) H. Chr., Blechnum madagascariense Tardieu, Blechnum spannagelii Rosenst.<

Tafel-Berg Rippenfarn, Blechnaceae - Rippenfarngewächse
30–120 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Der Tafel-Berg Rippenfarn stammt aus der südlichen Hemisphäre und hat ein zirkumpolares Verbreitungsgebiet von Südamerika über das südliche Afrika bis Ozeanien, einschließlich zahlreicher, auch isolierter Inseln wie beispielswweise Tristan de Cunha. Dieses Verbreitungsmuster bedingt die große Anzahl an Synonymen, die oben sicherlich nicht vollständig angegeben sind. Es sind immergrüne Farne mit aufrechten, gestreckten Rhizomen, die sichtbare "Stämme" (Caudices) bis 60 cm Höhe bilden. Die Caudices sind bedeckt von braunen Spreuschuppen, Wedelstielen und Adventivwurzeln. Die Wedel sind ledrig, gegenständig, unpaarig 1-fach gefiedert, oberseits glänzend hellgrün, unterseits matt graugrün, 30–60 cm lang, 15–20 cm breit, im Umriss länglich-oval und bilden an der Spitze des Caudex einen radförmigen Schopf. Ähnlich anderer Arten der Gattung Blechnum L. oder dem Straußenfarn, Matteucia struthiopteris (L.) Tod., besitzt der Tafel-Berg Rippenfarn zwei Erscheinungsformen der Wedel: viele sterile, einfach gefiederte, überhängende Wedel, die breite Fiederblätter haben und den Winter in der Regel immergrün überdauern (Trophophylle). Daneben gibt es wenige fertile (sporentragende) Wedel mit linealen, dicht stehenden Fiederblättern (Sporophylle).

Im Gartenhandel werden gelegentlich Pflanzen unter Blechnum magellanicum angeboten. Diese sind identisch mit B. tabulare und bedürfen vergleichbarer Kulturbedingungen, gleichwohl diese von einem anderen Kontinent stammen.

Abb. 1 Blechnum tabulare mit den dekorativen Trophophyllen im Farnbeet des Botanischen Gartens Bonn, ausgeschildert als B. magellanicum, 07.09.2016


Nicht vollständig gesichert ist die Ableitung des Gattungsnamens Blechnum. Er ist griechischen Ursprungs, gr. "blachnon" (= eine Grasart), im attischen Dialekt "blechnon". Welches Benennungsmotiv dem Namen zugrunde liegt bleibt ungeklärt. Plinius der Ältere transkribierte den Namen ins Lateinische, lat. "blachnon" (= eine Farnpflanze) und meinte damit womöglich die wintergrünen Eigenschaften des Rippenfarns. Das Epitheton tabulare bezieht sich auf den Naturstandort der Art auf dem südafrikanischen Tafel-Berg, lat. "Mons tabularis", von lat. "tabula" (= Brett, Tafel).

Blechnum tabulare gehört zu den immergrünen, südhemisphärischen Farnen, die wohl eher für eine Topfkultur infrage kommen. Caudex und Wedel dürften nicht sehr frosthart sein, zwischen –5 und –12 °C, und beim Auspflanzen sollte daher ordentlich Mulch aufgebracht werden. Lediglich an den allermildesten Standorten der Z 8b - entsprechend dem Trachycarpus-Standorten - könnte eine Freilandkultur langfristig ohne oder mit minimalem Schutz erfolgreich sein, aber dies ist sicherlich noch unerprobtes Terrain.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Blechnum tabulare. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/blechnum-tabulare.html am Tg.Mo.Jahr.

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