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Brahea edulis H. Wendl. ex S. Watson
  synonym: Erythea edulis (H. Wendl. ex S. Watson) S. Watson
Erythrea-Palme, Guadalupe-Palme, Arecaceae - Palmen
Frühsommerblüher, IV–VIII, 5–13 m hoch, immergrün, mehrjährig

Die Guadalupe-Palme stammt von der Insel Guadalupe vor der Westküste Mexikos, wo die Pflanzen in den (ehemaligen) Wäldern, Bergschluchten und offenen Hügellandschaften in Höhen von 400–1.000 m über NN wachsen. Viele der ursprünglichen Pflanzengesellschaften der Guadalupe-Palme sind heutzutage zerstört und die Art besteht vorwiegend aus älteren Bäumen mit nur geringer Verjüngungstendenz, die sich auf wenige kleinere Populationen beschränken. Trotz des Rückgangs der Art am Naturstandort ist sie weltweit nicht akut vom Aussterben bedroht, da die Palme robust ist und daher in wärmeren Regionen der Welt oft als Zierbaum angebaut wird. Zudem besitzt sie prächtige Blattfächer, gut schmeckende Früchte und ausgewachsene Exemplare haben dekorative, große Kronen. Die Pflanzen wachsen ausgeprochen langsam, aufrecht, haben unverzweigte, bis zu 10 m hohe Stämme, die bis 40 cm im Durchmesser erreichen können. Ältere Stämme sind von waagerechten Ringnarben abgefallener Blattscheiden bedeckt. Die Laubblätter sind hellgrün bis gelblich-grün und unbewehrt, mehr oder weniger regelmäßig bis ungefähr zur Hälfte eingeschnitten, mit nicht oder kaum abknickenden Segmenten. Die Pflanzen sind einhäusig, mit weiblichen und männlichen, grünlich-weißen Blüten an bis zu 2,5 m langen, reich verzweigten Blütenständen, die aus zahlreichen ährigen Teilblütenständen bestehen. Später bilden 25–35 mm lange, kugelige, erst grüne, bei Reife schwarze Früchte.


Abb. 1 Alte, blühende Palmen der Brahea edulis im Orto Botanico in Rom, Italien, 18.04.2017 Abb. 2 Noch grüne, unreife Früchte der Brahea edulis im Jardin des Plantes, St. Cyprien Plage, Südfrankreich, 14.10.2005

Abb. 3 Erwachsenes Exemplar der Brahea edulis im Jardin des Plantes, St. Cyprien Plage, Südfrankreich, Herbst 1998 Abb. 4 Die selbe Palme der Brahea edulis wie Abb. 3 etwa 7 Jahre später zeigt nur geringes Höhenwachstum. Jardin des Plantes, St. Cyprien Plage, 14.10.2005

Abb. 5 Schwarze, schon überreife Früchte der Brahea edulis im Jardim do Ultramar, Lissabon, 20.10.2009 Abb. 6 Weißer, noch unreifer Gesamtblütenstand der Brahea edulis in der Anthese, Orto Botanico in Rom, Italien, 18.04.2017

Abb. 7 Große, hellgrüne Lamina der Brahea edulis im Jardim do Ultramar, Lissabon, 20.10.2009 Abb. 8 Wie langsam Brahea edulis wächst, demonstriert dieses über 100 Jahre alte Exemplar welches am 19.06.1913 gepflanzt wurde. Jardim do Ultramar, Lissabon, 20.10.2009

Abb. 9 Ährige Teilblütenstände der Brahea edulis im Orto Botanico in Rom, Italien, 18.04.2017 Abb. 10 Großer, reich verzweigter Gesamtblütenstand der Brahea edulis im Orto Botanico in Rom, Italien, 18.04.2017


Der Gattungsname Brahea Mart. ex Endl. wurde zu Ehren von Tycho Brahe (1546–1601) etabliert, einem dänischen Astronomen. Das Art-Epitheton edulis stammt von lat. "edulis" (= essbar), nach den wohlschmeckenden Früchten.

Die Frosttoleranz von Brahea edulis reicht nicht aus, um sie als winterhart zu bezeichnen. Sie veträgt etwa –5 °C, in einzelnen Berichten wird auch von tieferen Temperaturen berichtet. Die Pflanzen benötigen einen gut durchlässigen Boden und sonnigen Standort. Im Winter werden sie eingeräumt und warm im Gewächshaus oder Wohnzimmer überwintert.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Jones, D. L. 1994: Palmen. – Könemann Verlag, Köln, 409 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Brahea edulis. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/brahea-edulis.html am Tg.Mo.Jahr.

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