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Bromus erectus Huds.
Aufrechte Trespe, Poaceae - Süßgräser
Sommerblüher, V–X, 30–100 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Aufrechte Trespe tritt in Mitteleuropa verbreitet bis zerstreut auf, mit einem Schwerpunkt in der Mitte und im Süden. Richtung Norden und Osten wird sie selten oder fehlt ganz. Sie besiedelt gerne Trocken- und Halbtrockenrasen, wechselfeuchte Wiesen und ruderale Standorte an Bahndämmen oder Rasen, gerne auf Kalk. Sie bildet die Ordnung der submediterranen Trocken- und Halbtrockenrasen. Die Pflanzen sind aufrechte Wiesengräser und bilden dichte Rasen durch unterirdische Ausläufer. Die Laubblätter sind bis 2 mm breit und am Rand regelmäßig abstehend bewimpert. Die Blattscheiden sind geschlossen, die unteren mit abstehenden Haaren. Der Blütenstand ist eine Rispe, die mehr oder weniger aufrecht steht; die einzelnen Rispenäste tragen 1–4-blütige, bis 3 cm lange Ährchen und stehen abwechselnd auf gegenständigen Seiten der 4-kantigen Blütenstandsachse. Die Deckspelzen (die trockenhäutigen Blätter in deren Achseln sich die Blüten befinden) sind eiförmig bis länglich und haben eine bis 1 cm lange Granne (borstenartiger Fortsatz).



Abb. 1 Dicht rasiger Bestand des Bromus erectus an einem thermophilen Saum im Urft-Tal bei Urft-Steinfeld, Eifel, 10.08.2016, 420 m, 50° 30' 46 N, 06° 34' 56 O Abb. 2 Rispe des Bromus erectus mit den wenigblütigen Rispenästen. Urft-Tal bei Urft-Steinfeld, Eifel, 10.08.2016, 420 m, 50° 30' 46 N, 06° 34' 56 O

Abb. 3 Typischer submediterraner Trockenrasen mit Bromus erectus an einem thermophilen Saum im Urft-Tal bei Urft-Steinfeld, Eifel, 10.08.2016, 420 m, 50° 30' 46 N, 06° 34' 56 O Abb. 4 Ährchen mit 3 Früchten beim Bromus erectus und deutlichen Grannen. Urft-Tal bei Urft-Steinfeld, Eifel, 10.08.2016, 420 m, 50° 30' 46 N, 06° 34' 56 O

Abb. 5 Knoten von Bromus erectus mit abgefallenem Laubblatt. Urft-Tal bei Urft-Steinfeld, Eifel, 10.08.2016, 420 m, 50° 30' 46 N, 06° 34' 56 O

Der Gattungsname Bromus L. stammt von gr. "bromos", einer alten Bezeichnung mehrerer Gräser, die als Futterpflanze angebaut wurden. Der antike, griechische Name wurde später, schon vor Linné auf die Trespe übertragen. Formal identisch ist gr. "bromos" (= Geräusch) und könnte auf ein volksmythologisches Benennungsmotiv für das Gras als Blitzableiter hinweisen. Das Epitheton erecta stammt von lat. "erectus" (= aufrecht) und beschreibt den meist "aufrechten Habitus" der Pflanzen.

Meist wird Bromus erectus als Futterpflanze angebaut, dennoch ist es ein architektonisch hübsches Gras für den Steingarten oder formales Design. Ideal ist ein sonniger, auch trockener Standort.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Bromus erectus. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/bromus-erectus.html am Tg.Mo.Jahr.

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