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Cardamine bulbifera
(L.) Crantz
Zwiebel-Zahnwurz, Brassicaceae - Kreuzblütler
Beginn Vollfrühlingblüher, IV–VI, 30–60 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Zwiebel-Zahnwurz tritt verstreut in Mitteleuropa auf, besonders in der Krautschicht lichter Laubmischwälder der Mittelgebirge, aber auch vereinzelt im Fachland. Es sind Pflanzen mit waagerecht kriechendem Rhizom, aus dem neue Schößlinge wachsen können. Die Stängelblätter sind 2–3-paarig gefiedert, im oberen Teil ungefiedert, lanzettlich und gesägt. In den Blattachseln finden sich meist kleine, braun-violette Brutknöllchen. Die Blüten sind hellviolett oder weiß, vierzählig. Nur selten bilden sich reife Schoten, meistens verbreiten sich die Pflanzen über das Rhizom oder mittels der Brutknöllchen, die von Tieren verschleppt werden und 3–4 Jahre bis zu Bildung neuer, aufrechter Sprossachsen benötigen.


Abb. 1 Die braun-schwarzen, achselständigen Bulbillen erscheinen bei Cardamine bulbifera oft wenn die Pflanzen noch in Blüte sind. Buchenmischwald der Hildener Heide bei Düsseldorf, 06.05.2015, 97 m, 51° 10' 46 N, 06° 58' 15 O Abb. 2 Reichlich Bulbillen bei Cardamine bulbifera, Hildener Heide bei Düsseldorf, 06.05.2015, 97 m, 51° 10' 46 N, 06° 58' 15 O

Der Gattungsname Cardamine L. ist abgeleitet von gr. "kardamine" (=Gartenkresse) und wurde schon vorlinnäisch genutzt. Das Benennungsmotiv bleibt jedoch ungeklärt. Das Epitheton bulbifera stammt von lat. "bulbus" (= Zwiebel) und lat "-fer" (= tragend), zu zwiebeltragend, was sich auf die Bulbillen in den Blattachseln bezieht, die keine Zwiebeln sind, sondern Brutknollen, beziehungsweise Brutknospen. Es handelt um Knospen, die abfallen und sich bewurzeln können. Der deutsche Name Zahnwurz erschließt sich die frühere arzneiliche Nutzung Gattung bei Zahnleiden.

Die Zwiebel-Zahnwurz wird eher selten im Garten angebaut, gleichwohl es dekorative Frühlingblüher sind, die sich schön in Rabatte mit Exoten integrieren. Sie eignet sich bestens für kalkhaltige und halbschattige bis vollschattige Plätze im Garten. Schön sind Kombinationen mit immergrünen Schattenpflanzen wie den zahlreichen Farnen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2015: Cardamine bulbifera. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/cardamine-bulbifera.html am Tg.Mo.Jahr.

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