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Carex pendula Huds.
Hänge-Segge, Riesen-Segge, Cyperaceae - Sauergräser, Riedgrasgewächse
Ende Vollfrühlingblüher, V–VI, 50–150 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Die Hänge-Segge tritt in Mitteleuropa verbreitet bis zerstreut im Westen, der Mitte und im Süden auf. Richtung Norden wird sie selten oder fehlt ganz. Sie besiedelt gerne feuchte bis nasse Wälder auf basenreichen Böden. Es sind immergrüne Pflanzen, die keine Ausläufer bilden, sondern große Horste. Die Laubblätter sind dunkel grün, schraubig angeordnet, bis 100 cm lang, 8–20 mm breit und kahl. Die Blütenstände stehen meist oberhalb der Laubblätter, sind bis 180 cm hoch, tragen im unteren Teil 3–7 von einander entfernt stehende weibliche Ähren und im oberen Teil 1–2 männliche. Alle Ähren sind überhängend. Die weiblichen Ähren sind im voll entfalteten Zustand deutlich dünner als die männlichen, bis 20 cm lang und 7 mm breit. Nach dem Verblühen sind die weiblichen Ähren zur Fruchtreife dicker als männlichen. Der Stängel des Blütenstandes ist scharf 3-kantig. Die Spelzen sind typischerweise rotbraun mit grünem Mittelstreifen. Später bilden sich 1-samige, hellbraune, bis 2 mm lange Nussfrüchte.



Abb. 1 Weiblicher Blütenstand einer Carex pendula in einem Laubmischwald am ehemaligen Steinbruch Schlupkothen bei Wülfrath. 02.07.2016, 222 m, 51° 17' 40 N, 07° 03' 49 O Abb. 2 Pflanze der Carex pendula in einem Laubmischwald, wahrscheinlich ein Gartenflüchtling. Ehemaliger Steinbruch Schlupkothen bei Wülfrath. 02.07.2016, 222 m, 51° 17' 40 N, 07° 03' 49

Abb. 3 Typischer Horstwuchs einer Carex pendula im Stadtpark Bochum, 24.09.2016, 99 m, 51° 29' 25 N, 07° 13' 19 O Abb. 4 Carex pendula an der Laguna de las Madras bei Huelva, Südspanien. 31.10.2013, 7 m, 37° 09' 17 N, 06° 52' 15 W

Abb. 5 Individuenreicher Bestand der Carex pendula im Stadtpark Bochum, 24.09.2016, 99 m, 51° 29' 25 N, 07° 13' 19 O Abb. 6 Fruchtstand der Carex pendula im Japanischen Garten Leverkusen, 02.10.2016

Abb. 7 Abgeblühte männliche Ähre (links) und dickerer weiblicher Fruchtstand (rechts) von Carex pendula an einem Wegesrand im Arboretum Burgholz Wuppertal, 03.10.2016, 292 m, 51° 13' 34 N, 07° 08' 10 O Abb. 8 Carex pendula an einem Wegesrand im Arboretum Burgholz Wuppertal, 03.10.2016, 292 m, 51° 13' 34 N, 07° 08' 10 O

Abb. 9 Carex pendula als Straßenbepflanzung, Am Alten Satdtpark, Bochum, 19.02.2017

Der Gattungsname Carex L. leitet sich aus der indogermanischen Wurzel "sker" (= schneiden) ab, nach den schneidenden Laubblättern der Gattung. Das Epitheton pendula stammt von lat. "pendulus" (= hängend) und beschreibt die hängenden Ähren.

Carex pendula ist ein einheimisches Sauergras, welches wegen der dekorativen Architektur häufiger in Gärten und Parks angebaut wird. Ideal ist ein schattiger bis halbschattiger, leicht feuchter, auch nasser Standort, gerne an Gewässerrändern oder im Unterwuchs von Bäumen. Da die Pflanzen zum langsamen Aussäen neigen, findet man Bestände mittlerweile auch außerhalb der Naturstandorte recht häufig. Unerwünscht aufkommende Pflanzen werden früh gerodet.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Carex pendula. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/carex-pendula.html am Tg.Mo.Jahr.

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