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Chaenorhinum minus (L.) Lange
  synonym: Antirrhinum minus L.
                 Chaenorhinum viscidum Simonk.
                 Microrrhinum minus (L.) Fourr.<

Klaffmund, Kleiner Orant, Kleines Leinkraut, Kleines Löwenmäulchen, Plantaginaceae - Wegerichgewächse
                                                                                   früher auch: Scrophulariaceae - Braunwurzgewäche (ehemals: Rachenblütler)
Sommerblüher, VI–X, 05–25 cm hoch, sommergrün, einjährig

Der Klaffmund ist ein mediterraner Exot dessen Verbreitungsgebiet vom westlichen Mittelmeerraum bis nach Kleinasien reicht. Am Naturstandort wächst bevorzugt an sonnig-trockenen Standorten auf Felsen, an Mauern, Schutthalden oder entlang von Wegen. In Mitteleuropa ist die Art eingebürgert und tritt unbeständig an Ruderalstandorten wie Wegrändern, Schotter- und Felsfluren, Weinbergen oder Äckern auf. ZUmeist wachsen die Pflanzen auf basen- oder kalkhaltigen Standorten. Es sind einjährige Pflanzen mit stielrunden Stängeln, von unten an verzweigt, aufrecht wachsend und meist drüsig behaart. Die Laubblätter sind lineal-lanzettlich, bis 3 cm lang, 4 mm breit, etwas fleischig, sitzend oder mit kurzem Stiel. Typischerweise stehen die Blüten einzeln in den Achseln von Tragblättern, sind 6–12 mm lang, hellviolett mit gelbem Schlundfleck und kurzem, konischem Sporn. Später bilden sich eiförmige, quer rillige, 2-kammerige Kapseln, die bei Reife von den Kelchblättern etwas überragt werden.

Abb. 1 Blütenkrone des Chaenorhinum minus von vorne; das gelbe Schlundmal ist in der Tiefe verborgen, die Unterlippe 3-lappig. Felsflur am Rheinufer bei Stürzelberg, 06.09.2017, 36 m, 51° 09' 35 N, 06° 51' 06 O Abb. 2 Blütenkrone des Chaenorhinum minus von oben; die Oberlippe ist 3-lappig und mit lila-farbiger Zeichnung. Felsflur am Rheinufer bei Stürzelberg, 06.09.2017, 36 m, 51° 09' 35 N, 06° 51' 06 O

Abb. 3 Reife, 2-kammerige Früchte von Chaenorhinum minus. Felsflur am Rheinufer bei Stürzelberg, 06.09.2017, 36 m, 51° 09' 35 N, 06° 51' 06 O Abb. 4 Blütenkrone des Chaenorhinum minus seitlich; die Oberlippe weist nach vorne, der Sporn ist kurz und lila-farbig. Felsflur am Rheinufer bei Stürzelberg, 06.09.2017, 36 m, 51° 09' 35 N, 06° 51' 06 O

Abb. 5 Noch grüne, unreife, eiförmige Frucht von Chaenorhinum minus. Felsflur am Rheinufer bei Stürzelberg, 06.09.2017, 36 m, 51° 09' 35 N, 06° 51' 06 O Abb. 6 Stängel und lineal-lanzettliche Laubblätter von Chaenorhinum minus sind bedeckt mit Drüsenhaaren. Felsflur am Rheinufer bei Stürzelberg, 06.09.2017, 36 m, 51° 09' 35 N, 06° 51' 06 O

Abb. 7 Typischer, aufrechter Habitus des Chaenorhinum minus . Felsflur am Rheinufer bei Stürzelberg, 06.09.2017, 36 m, 51° 09' 35 N, 06° 51' 06 O


Der Gattungsname Chaenorhinum (DC.) Richb. stammt von gr. "chainein" (= klaffen) und gr. "rhis" (= Nase), Genitiv "rhinon", nach der ungewöhnlichen Form der Blütenkrone. Das Epitheton minus leitet sich ab von lat. "minor" (= kleiner) und beschreibt die Größe der Blüten im Vergleich zum früher in der selben Gattung geführten Großen Löwenmäulchen, Antirrhinum majus L.

Der Klaffmund ist eine unscheinbare Pflanze, die sich für den naturnahen Garten, Steingarten oder das Exotenbeet an sonniger, offener und warmer Stelle eignet.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Chaenorhinum minus. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/chaenorhinum-minus.html am Tg.Mo.Jahr.

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