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Chusquea culeou
E. Desv.
  synonym: Chusquea andina Phil.
                 Chusquea argentina Parodi
                 Chusquea breviglumis Phil.
Chile-Bambus, Poaceae - Süßgräser
Meist hapaxanther Blüher (nur einmal blühend, dann absterbend), 1–8 m hoch, immergrün, mehrjährig

Der Chile-Bambus stammt aus Chile und Argentinien, wo die Pflanzen in der Strauchschicht feuchter Laubwälder der unteren Höhenstufen von 500–900 m über NN wachsen. Das Verbreitungsgebiet ist sehr groß und die Art ist vielgestaltig. Zudem ist Chusquea culeou die am weistetsen südlich verbreitete Bambusart bis 49° S. Die Halme haben einen Durchmesser von 1,5–3 cm, sind gelblich-grün bis olivfarben, aufrecht, kräftig und sind im Gegensatz zur großen Mehrheit der Bambusarten vollständig solide, innen nicht hohl. Die Blattscheiden sind eng anliegend, länger als die Internodien, papierartig, weiß, oberseits flaumig behaart und persistierend bis zum zweiten Jahr, wenn die Zweige an den Nodien auswachsen. Die Nodien sind erhaben, anfangs weiß wachsif, später grünlich. Die Zweige sind "wechselständig", 10–80 cm lang, unverzweigt und stehen dicht gedrängt. Die Laubblätter sind grün, 6–13 cm lang, 0,5–1,5 cm breit, ganzrandig, kahl und an der Blattscheide ohne Öhrchen oder Haare.

Manche Autoren sehen die Chusquea breviglumis als eigenständige Art, andere als C. culeou 'Tenuis' mit schmaleren Halmen, geringerer Höhe und fast rechtwinkelig abstehenden Zweigen. Dieser Ökotyp stammt aus der Cordillera de Chillan in Chile.


Abb. 1 Halme von Chusquea culeou mit den typischen, "wechselständig" an den Internodien sitzenden Zweigen, Botanischer Garten Düsseldorf, 21.07.2007 Abb. 2 Internodium von Chusquea culeou mit weißen, anliegenden Blattscheidenden, die länger als die Internodien, Privatgarten, 08.07.2007

Abb. 3 Dichter Bestand der Chusquea culeou im Botanischen Garten Düsseldorf, 16.07.2007 Abb. 4 Etwa 5 m hoher Horst der Chusquea breviglumis in einem Privatgarten in Gloucester, England, 04.03.2018

Abb. 5 Zweige und Laubblätter der Chusquea culeou (= Chusquea breviglumis) in einem Privatgarten in Gloucester, England, 04.03.2018 Abb. 6 Halme der Chusquea culeou (= Chusquea breviglumis) in einem Privatgarten in Gloucester, England, 04.03.2018


Der Gattungsname Chusquea Kunth ist wahrscheinlich einer indigenen südamerikanischen Sprache entlehnt, eventuell nach "chusque". Das Epitheton culeou stammt wahrscheinlich vom argentinischen Vernikularnamen für die Art ab, "Colihue".

Der Chile-Bambus bildet Ausläufer, nicht so intensiv wie manch andere Arten, aber etwas stärker als die typisch horstbildenden Arten der Fargesiae Franch. Daher ist es ratsam, eine Rhizomsperre anzubringen, falls nicht ausreichend Platz vorhanden ist. Auch verdichtete oder trockene Standorte reduzierenden die Ausläuferbildung. Im mitteleuropäischen Garten erreichen die Pflanzen Höhen bis maximal 5 m, eher 3–4 m, in Abhängigkeit von Wärme, Wasser und Bodenstruktur. Die Winterhärte reicht bis Z 7b. Ab etwa –14 °C entstehen Winterschäden, zuerst an den Laubblättern, bei tieferen Temperaturen auch an den Halmen. Ab etwa –17 °C friert Chusquea culeou ganz oder teilweise zurück. Für gutes Gedeihen benötigen die Pflanzen ausreichend Feuchtigkeit.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.
Ohrnberger, D. 1999: The Bamboos of the World. – Elsevier Science B. V., Amsterdam, 585 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Chusquea culeou. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/chusquea-culeou.html am Tg.Mo.Jahr.

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