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Citrus ichangensis Swingle
    synonym: Citrus ×aurantium ssp. ichangensis (Swingle) Guillaumin
                   Citrus cavaleriei H. Lév.
Ichang-Zitrone, Ichang-Papeda, Rutaceae - Rautengewächse
Spätsommerblüher, VI–XI, 2–5(–10) m hoch, immergrün, mehrjährig

Die Ichang-Zitrone stammt aus dem zentralen und südwestlichen China, wo die Pflanzen in Wald- und Strauchgesellschaften der Gebirge bis knapp auf 2.500 m über NN wachsen. Es sind immergrüne Sträucher oder Bäume, die meist bis etwa 5 m Höhe erreichen, an idealer Stellen bis 10 m. Junge Zweige sind oft locker behaart und kantig, später kahl und rund. Sie tragen spitze, bis 6 cm lange, meist gebogene Dornen. Die Laubblätter sind 1-fach mit geflügeltem Blattstiel, der meist so lang oder etwas länger als die Blattspreite ist. Der Blattstiel ist schmal elliptisch, 6–16 cm lang, 2,4–4 cm breit, mit fein gezähntem Rand. Die Blattspreite ist 2–8 cm lang, 0,7–4,5 cm breit, eiförmig-lanzettlich, ganzrandig oder fein gesägt. Die Blüte erscheinen an den Langtrieben zu 1–9 in achselständigen Büscheln, sind 5-zählig, glockenförmig, meist hängend, 3–3,5 cm im Durchmesser mit wachsartig verdickten, bis 1,8 cm langen, weißen oder rosafarbig tingierten Kronblättern. Die Blüten duften mehr oder weniger. Die Kelchblätter sind 5-zählig, bis 3 mm lang und verdickt. Später bilden sich vielgestaltige, zitronenähnliche Früchte mit etwa 4 mm dicker, meist geriffelter Schale. Sie können gelb, orangefarben oder grünlich-gelb sein, kugelig, eiförmig bis fast zylindrisch, saftlos oder saftig, meist mit säuerlichem bis bitterem Geschmack. Je Frucht finden sich 30–60 monoembryotische (1 Keimling je Same), bis 15 mm lange, dicke Samen.

Citrus ichangensis hybridisiert leicht mit anderen Zitrusgewächsen und ist aufgrund ihrer guten Winterhärte Kreuzungspartner vieler Sorten und Nothospecies. Sie ist Elternteil der C. ×aurantium L. und C. webberi Wester, sowie möglicherweise auch der C. reticulata Blanco und C. ×junos Siebold ex Tanaka. Wegen ihrer ausgezeichneten Winterhärte und des langsamen Wuchses wird C. ichangensis oft als Veredlungsgrundlage für andere Zitrusarten genutzt.


Abb. 1 Kugelige, noch unreife Frucht der Citrus ichangensis mit noch anhaftenden Kelchblättern, Privatgarten in Oer-Erkenschwick, 19.08.2018 Abb. 2 Unreife, noch grüne, ovale Frucht der Citrus ichangensis in einem Privatgarten, 21.07.2007

Abb. 3 Monofoliate Laubblätter und Dornen der Citrus ichangensis, Privatgarten in Oer-Erkenschwick, 19.08.2018 Abb. 4 Immergrüne, dichte Laubkrone der Citrus ichangensis in einem Privatgarten in Oer-Erkenschwick, 19.08.2018


Der Gattungsname Citrus L. stammt von gr. "kitron" und lat. "citrum", die entweder C. medica L. oder C. ×bergamia Risso & Poit. meinten. Das Benennungsmotiv ist unklar. Das Art-Epitheton ichangensis wurde nach der chinesischen Stadt Yichang in der Provinz Hubei, einem Naturstandort der Art, benannt.

Citrus ichangensis ist die frosthärteste immergrüne Zitrusfrucht, von der es Sorten gibt, die bis zu –15 °C tolerieren. Ein geschützter Standort, am besten sonnig und möglichst warm, ist ideal. In kalten Wintern profitieren die Pflanzen von einem lockeren Frostschutzvlies, welches mit Vorsicht angebracht wird. In normalen Wintern behalten die Pflanzen das Laub und zieren in der kalten Jahreszeit den Garten. Während sehr kalter Winter werfen die Pflanzen das Laub ab und können teilweise zurückfrieren. Ansonsten sind die Pflanzen anspruchslos. Inzwischen gibt es genießbare Fruchtsorten mit vielversprechender Winterhärte, wie beispielsweise die Kreuzung mit C. maxima (Burm.) Merr. (Shangjuan oder Ichang-Lemon); siehe hierzu die Seite von B. Voß.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Citrus ichangensis. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/citrus-ichangensis.html am Tg.Mo.Jahr.

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