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Clerodendrum bungei
Steud.
Chinesischer Losbaum, Lamiaceae - Lippenblütler
   auch: Verbenaceae - Eisenkrautgewächse
   nicht gültig: Clerodendron bungei, Clerodendrum foetidum Bunge
Spätsommerblüher, VII–IX, 50–200 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Der Chinesische Losbaum ist ein laubabwerfender Strauch aus China und Vietnam, wo er in Bergmischwäldern und entlang von Straßen in Höhen von 1.100–2.500 m wächst. Es sind Pflanzen mit einem eigenwilligen Duft, der an B-Vitamine erinnert. In der chinesischen Medizin werden sie therapeutisch genutzt. Die Sprosse sind meist nur wenig verzweigt, mit Korkwarzen (Lentizellen) bedeckt und werden nur selten mehr als 4–5 cm im Durchmesser, oft nur einjährig, manchmal mehrjährig, wenig verholzend. Die Blattstiele sind 4–17 cm lang, rötlich bis violett-braun, erst beflaumt, später kahl. Relativ groß werden die Blätter, bis 20 cm, eiförmig, sind papierartig, mit zahlreichen Drüsen basisnah besetzt und leicht gesägtem Rand. Besonders auffällig sind die prächtigen, pink- bis rötlich-rosa farbigen, terminalen Blütenstände in Scheindolden, die aus zahlreichen, röhrenförmigen, in 5 Lappen sich teilenden Blüten bestehen. Später bilden sich rundliche, 6–12 mm große Früchte. In Mitteleuropa ist im Freiland Fruchtbildung in Abhängigkeit von der Wärmesumme zu beobachten. Siehe auch Clerodendrum L.



Abb. 1 Die Blütenstände des Clerodendrum bungei erscheinen in Mitteleuropa meist ab Hochsommer. Privatgarten, 06.08.2007 Abb. 2 Die Scheindolden von Clerodendrum bungei bestehen aus zahlreichen Einzelblüten und stehen in einer gewölbten Ebene. Privatgarten, 19.09.2003


Abb. 3 Die Blüten des Clerodendrum bungei sind röhrig und spalten sich in 5 Lappen auf. Privatgarten, 27.08.2014 Abb. 4 Noch unreife, grüne Früchte von Clerodendrum bungei, später schwarz werdend. Privatgarten, 16.09.2007

Abb. 5 Die prächtigen Blüten des Clerodendrum bungei bereichern den Garten im Hochsommer, Privatgarten, 06.08.2007 Abb. 6 Dunkelgrünes Laubblatt mit gesägtem Rand von Clerodendrum bungei, Privatgarten, 27.08.2014

Abb. 7 Die braune Rinde des Clerodendrum bungei ist mit zerstreuten Lentizellen (Korkwarzen) besetzt. Privatgarten, 27.08.2014 Abb. 8 Fruchtstand des Clerodendrum bungei mit reifer, schwarzer und unreifer, rot-grüner Frucht, Gruga-Park, Essen, 13.09.2014 


Von einigen Autoren werden zwei Unterarten akzeptiert:
Clerodendrum bungei var. bungei in den mittleren Höhen der Bergregionen mit dichten Blütenständen und deutlichen, 1–3 mm langen Kelchzähnen.
Clerodendrum bungei var. megacalyx C. Y. Wu ex S. L. Chen an Waldrändern der unteren Bergregionen um 1.100 m mit lockerem Blütenstand und bis zu 1 mm langen Kelchzähnen.

Der Gattungsname Clerodendrum L. stammt von gr. "kleros" (= Los) und gr. "dendron" (= Baum). Der Begriff Los wird im Sinne von Schicksal genutzt und dürfte auf die wohl schon im Altertum als Heilpflanzen genutzte Gattung hinweisen. Das Epitheton bungei wurde zu Ehren des Autors der Art, seinerzeit als C. foetidum, etabliert. Es war der deutsch-rusische Botaniker Alexander von Bunge (1803–1890).


Abb. 9 Etwa 2-jährige, schon blühfähige Containerpflanze 30–40 cm im 1,5L-Topf, Clerodendrum bungei Abb. 10 Kolonie des Clerodendrum bungei mit reichlich Früchten und den rot leuchtenden Kelchen im Botanischen Garten Basel, 11.10.2014 

Abb. 11 Reife, schwarze Früchte von Clerodendrum bungei, Botanischer Garten Basel, 11.10.2014  Abb. 12 Auch das kann selten mal passieren: Sonnenbrand beim Clerodendrum bungei, Privtagarten, 05.07.2015



Clerodendrum bungei ist ein ausgesprochen attraktiver Blühexot für den spätsommerlichen Garten, wenn so gut wie kaum mehr etwas blüht, mithin eine farbliche Bereicherung des Gartens am Ende der Saison. Die Pflanzen sind gut winterhart in den milden Regionen, frieren etwa ab –14 °C bis zum Boden zurück, treiben aber wieder aus und blühen zuverlässig im darauf folgenden Sommer. Mit Mulchung hart auch in den kalten Regionen. Wählen Sie einen halbschattigen, gut drainierten, aber nicht zu trockenen Standort. Wenn Sie lockeren, sandigen Boden haben, sollte während regenloser Wochen gegossen werden. Pflanzen, die sich wohlfühlen, breiten sich über unterirdische Triebe aus. Ist das nicht gewünscht, baut man am besten eine flache Rhizomsperre ein oder hält den Bestand durch regelmäßiges Rausziehen unerwünschter Sprosse unter Kontrolle.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Clerodendrum bungei. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/clerodendrum-bungei.html am Tg.Mo.Jahr.

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