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Conium maculatum L.
Gefleckter Schierling, Apiaceae - Doldenblütler
Beginn Frühsommerblüher, VI–IX, 80–180(–300) cm hoch, sommergrün, zweijährig

Der Gefleckte Schierling tritt verbreitet bis zerstreut in vielen Regionen Mitteleuropas auf. Meist sind nur wenige Pflanzen an den Standorten zu entdecken. Bevorzugt werden Wiesen, Hecken, Gebüschsäume, Bach- und Flussufer, sowie ruderale Stellen entlang von Wegen oder auf Schuttflächen besiedelt. Aufgrund dieses Standortverhaltens wird davon ausgegangen, dass der Gefleckte Schierling ursprünglich aus Südeuropa bis Westasien stammt und durch menschliche Aktivität schon im Altertum nach Mittteleuropa verschleppt wurde (Archäophyt). Die Pflanzen sind zweijährig und gehören zu größten einheimischen Doldenblütlern; können in Einzelfällen bis 3 m Höhe erreichen. Die Stängel sind stielrund, kahl, bereift und besonders in den unteren Partien rot gefleckt. Auch die Laubblätter sind kahl; sie sind 2–4-fach gefiedert und im Umriss 3-eckig. Die Dolden bestehen aus 8–15 Döldchen und haben 5–6 Hüllblätter (Hüllblätter sind bei Doldenblütler die Hochblätter direkt unterhalb des Blütenstandes, Hüllchenblätter jene unterhalb der Teildolden = Döldchen) mit häutigem Rand. Hüllchenblätter unterhalb der Döldchen gibt es 4–8; sie sind unregelmäßig schmal, fädlich bis 3-eckig und ebenfalls mit häutigem Rand. In den Dolden sind die nach außen gerichteten Kronblätter nur wenig größer als die restlichen Kronblätter (nicht strahlend). Die Früchte sind 2,5–3,5 mm lang, gerippt und eiförmig.



Abb. 1 Die Stängel von Conium maculatum sind bereift und gefleckt. Hochstaudenflur an der ehemaligen B1 bei Unna-Massen, 04.06.2016, 112 m, 51° 31' 28 N, 07° 38' 49 O Abb. 2 Conium maculatum verzweigt locker und relativ offen. Hochstaudenflur an der ehemaligen B1 bei Unna-Massen, 04.06.2016, 112 m, 51° 31' 28 N, 07° 38' 49 O

Abb. 3 Weiße und nicht strahlende Kelchblätter von Conium maculatum in einer Hochstaudenflur an der ehemaligen B1 bei Unna-Massen, 04.06.2016, 112 m, 51° 31' 28 N, 07° 38' 49 O Abb. 4 Gefleckter Stängel und nicht verdickter Knoten von Conium maculatum. Hochstaudenflur an der ehemaligen B1 bei Unna-Massen, 04.06.2016, 112 m, 51° 31' 28 N, 07° 38' 49 O

Abb. 5 Etws über 3 m hohes Exemplar des  Conium maculatum in einer Hochstaudenflur an der ehemaligen B1 bei Unna-Massen, 18.06.2016, 112 m, 51° 31' 28 N, 07° 38' 49 O Abb. 6 Die Hüllblätter von Conium maculatum sind schmal 3-eckig mit häutigem Rand. Hochstaudenflur an der ehemaligen B1 bei Unna-Massen, 18.06.2016, 112 m, 51° 31' 28 N, 07° 38' 49 O

Abb. 7 Die Früchte von Conium maculatum sind eiförmig und deutlich gerippt. Hochstaudenflur an der ehemaligen B1 bei Unna-Massen, 18.06.2016, 112 m, 51° 31' 28 N, 07° 38' 49 O Abb. 8 Laubblatt des Conium maculatum. Hochstaudenflur an der ehemaligen B1 bei Unna-Massen, 04.06.2016, 112 m, 51° 31' 28 N, 07° 38' 49 O


Schon in der Antike war der Gefleckte Schierling als starke Giftpflanze bekannt. Seine Giftigkeit kommt heute noch im Begriff Schierlingsbecher, als Motiv für eine tödliche Zubereitung zum Ausdruck. Er dürfte zu den potentesten einheimischen Giftpflanzen gehören. Die Unterscheidung von anderen Arten kann manchmal schwierig sein. Der gefleckte und bereifte, unbehaarte Stängel ist ein gutes Merkmal; zudem riechen die Pflanzen streng und unangenehm. Die Früchte sind oval und nicht länglich.

Der Gattungsname Conium L. stammt von gr. "konos" (= Kegel), nach den schmalen, kegelförmigen Abschnitten der Laubblätter. Schon vorlinnäisch bezeichnete gr. "koneion" den gefleckten Schierling. Das Epitheton maculatum leitet sich ab von lat. "maculatus" (= gefleckt) und bezieht sich auf die gefleckten Stängel der Art.

Conium maculatum ist eine Pflanze für den naturnahen Garten und dürfte wohl eher wenig zum Einsatz kommen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Conium maculatum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/conium-maculatum.html am Tg.Mo.Jahr.

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