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Cotoneaster integerrimus Medik.
  synonym: Cotoneaster vulgaris Lindl.
                 Mespilus cotoneaster L.
                 Ostinia cotoneaster (L.) Clairv.
Gewöhnliche Zwergmispel, Rosaceae - Rosengewächse
Beginn Erstfrühlingblüher, IV–V, 50–200 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Gewöhnliche Zwergmispel kommt in den Mittelgebirgen des zentralen und südlichen Mitteleuropas zerstreut vor, Richtung Norden fehlt sie ganz oder ist selten als Neophyt anzutreffen. Das Verbreitungsgebiet reicht von Europa bis nach Ostasien. Bevorzugt werden thermophile Gebirgsstandorte in Trockenwäldern oder Felsfluren besiedelt. Die Pflanzen sind sommergrüne, sparrige, niederliegende oder aufrechte, verzweigende Sträucher. Die Zweige sind dunkelrot. Die Laubblätter sind meist 2-zeilig angeordnet, eiförmig bis fast rundlich, grün, oberseits fast kahl, unterseits filzig oder kahl, bis 5 cm lang und 3,5 cm breit. Die Blüten stehen in Büscheln zu 1–4, sind nickend, haben weiße oder rötliche, 3–4 mm lange, nach innen geneigte Kronblätter. Die Kelche sind rötlich und fast kahl, am Rand gelegentlich weichhaarig wie die Blütenstiele. Später bilden sich kahle, rote, selten weiße, bis 6 mm lange Früchte, die 2–3 Nüsschen enthalten.


Abb. 1 Blühender Zweig des Cotoneaster integerrimus, Trockenstandort an der Rheinbrohler Ley, 12.04.2017, 197 m, 50° 29' 02 N, 07° 20' 35 O Abb. 2 Unterseits sind die Laubblätter von Cotoneaster integerrimus weißfilzig, Trockenstandort an der Rheinbrohler Ley, 12.04.2017, 197 m, 50° 29' 02 N, 07° 20' 35 O

Abb. 3 Fast rundliche und ganzrandige Laubblätter von Cotoneaster integerrimus, Trockenstandort an der Rheinbrohler Ley, 12.04.2017, 197 m, 50° 29' 02 N, 07° 20' 35 O Abb. 4 Die Blüten des Cotoneaster integerrimus stehen in Büscheln von 1–4 und haben fast kahle, rötliche Kelche, Trockenstandort an der Rheinbrohler Ley, 12.04.2017, 197 m, 50° 29' 02 N, 07° 20' 35 O


Der Gattungsname der Zwergmispeln, Cotoneaster Medik., leitet sich vom schon in der Antike genutzten lat. "cotoneum malum" (= Quitte) ab, welches sich ursprünglich auf mehrere, heute gültige Gattungen wie Cydonia Mill., Mespilus L. und Sorbus L. bezog. Das Suffix -aster ist deskriptiv reduzierend, da es eine negative Konnotation hat, hier als minderwertige Quitte gemeint. Das Epitheton integerrimus stammt von lat. "integer" (= unversehrt), im botanischen Sinne "ganzrandig", hier im Superlativ "völlig unversehrt", nach den völlig ganzrandigen Laubblättern.

Cotoneaster integerrimus ist ein trockentoleranter Strauch für sonnige und auch heiße Lagen im Garten. Es sind robuste Pflanzen, die einen dezenten Blütenflor haben und mit roten Früchte im Spätsommer bis Herbst aufwarten.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Cotoneaster integerrimus. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/cotoneaster-integerrimus.html am Tg.Mo.Jahr.

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