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Datura innoxia Mill.
  synonym: Datura guayaquilensis Kunth
                 Datura metel L.
                 Datura meteloides DC. ex Dunal
                 Datura velutinosa V. R. Fuentes
Metel-Datura, Großer Stechapfel, Feinstachelige Datura, Solanaceae - Nachtschattengewächse
Sommerblüher, V–X, 30–130 cm hoch, sommergrün, einjährig

Die Metel-Datura stammt ursprünglich aus dem tropsichen Mittel- und Südamerika und ist mittlerweile als Kosmopolit fast weltweit in wärmeren Regionen eingebürgert. In Mitteleuropa tritt sie nur in Kultur auf. Bevorzugt siedelt die Art auf Brachflächen, Ruderalstandorten, entlang von Wegrändern, an Flussufern oder auf Äckern und gestörten Flächen. Es sind dicht flaumig behaarte Pflanzen bis 130 cm Höhe mit verzweigenden, meist rötlich gefärbten Stängeln. Die Laubblätter sind breit oval, 8–17 cm lang, 4–12 cm breit, mit leicht gewelltem, wenig gezähntem Rand und einem bis 5 cm langen Stiel.

Die Blütenkrone ist weiß, 15–17 cm lang, trichterförmig, am Saum 10–12-zipfelig. Der Kelch ist 7,5–10,5 cm lang, 5-kantig und persistiernd zur Fruchtbildung. Die Früchte sind rundlich, bis 5 cm breit, dicht von relativ weichen Stacheln besetzt und haben einen nickenden, bis 2,5 cm langen Blütenstiel, der von bräunlichen Haaren bedeckt ist. Typischerweise reißen die Früchte zur Samenreife unregelmäßig auf und geben zahlreiche bräunliche, bis 5 mm große, nierenförmige Samen frei.

Anhand der Früchte lässt sich Datura innoxia gut und sicher von der ähnlichen D. stramonium L. unterscheiden. Letztere hat aufrecht stehende Früchte, die regelmäßig entlang der Naht aufreißen und schwarze Samen freigeben.


Abb. 1 Die weiße Blüte der Datura innoxia an einem Straßenrand bei Costa Rei, Sardinien, 20.10.2016, 12 m, 39° 16' 11 N, 09° 34' 39 O Abb. 2 Pflanze der Datura innoxia an einem Straßenrand bei Costa Rei, Sardinien, 20.10.2016, 12 m, 39° 16' 11 N, 09° 34' 39 O

Abb. 3 Nickende, rundliche und stachelige Frucht der Datura innoxia am Strand von Isola Rossa, Sardinien, 28.10.2017, 2 m, 41° 00' 42 N, 08° 52' 33 O Abb. 4 Breit ovale Laubblätter von Datura innoxia am Strand von Isola Rossa, Sardinien, 28.10.2017, 2 m, 41° 00' 42 N, 08° 52' 33 O

Abb. 5 Stempel und Staubblätter von Datura innoxia am Strand von Isola Rossa, Sardinien, 28.10.2017, 2 m, 41° 00' 42 N, 08° 52' 33 O Abb. 6 Unregelmäßig aufreißende Frucht der Datura innoxia mit den braunen Samen. Strand von Isola Rossa, Sardinien, 28.10.2017, 2 m, 41° 00' 42 N, 08° 52' 33 O


Der Gattungsname Datura L. stammt von altindisch "dhattura", später zu portugiesisch "datura" (= Stechapfel). Im antiken Indien dienten Stechapfel-Arten als Rauschmittel. Das Epitheton innoxia leitet sich ab von lat. "innoxius" (= unschädlich), nach den stacheligen Früchten, die im Gegensatz zu anderen Arten der Gattung nicht stechend, mithin unschädlich sind.

Die Metel-Datura wird gelegentlich in Gärten kultiviert, da sie eine hübsche Arichtektur mit großer, weißer Trompetenblüte hat. Im Herbst kann man die Samen absammeln und auf freiem Boden ausbringen oder man lässt Flächen im Garten spontan aufkeimen. Auch Fugen, Mauerritzen oder Steingärten werden gerne angenommen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Datura innoxia. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/datura-innoxia.html am Tg.Mo.Jahr.

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