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Ecballium elaterium (L.) A. Rich.
Spritzgurke, Eselsgurke, Cucurbitaceae - Kürbisgewächse
20–150 cm lang, VI-X, sommergrün, einjährig oder kurzlebig

Die Spritzgurke stammt aus dem Mittelmeerraum bis zum Kaukasus und besiedelt dort ruderale Standorte, Felsfluren, entlang von Wegesrändern oder auf Trockenrasen. Es sind meist einjährige, niederliegende, verzweigende Pflanzen ohne Ranken. Die Stängel sind fleischig, behaart, bis 150 cm lang und rundlich. Die Blätter sind gestielt, ledrig dick, bis 10 cm lang, dreieckig oder eiförmig bis gelappt oder fast fiederteilig mit herzförmigem Blattgrund. Die Blüten sind blattachselständig, wobei die weiblichen einzeln und die männlichen in Trauben stehen. Sie haben 5 blassgelbe Kronblätter und bilden eine glockenförmige Krone.

Später bilden sich fleischige, hellgrüne, weich stachelige Panzerbeeren. Ihr Schleudermechanismus der Samen aus der reifen Frucht ist namensgebend und wird als Ballochorie bezeichnet. Die braun-schwarzen Samen können bei Berührung der Frucht mehrere Meter weit geschleudert werden. Die Pflanzen sind giftig.

Gelegentlich tritt die Spritzgurke unbeständig in Mitteleuropa auf. Man findet sie an Ruderalstandorten, Ufern von größeren Flüssen oder in Siedlungsnähe wo die Pflanzen durch Gartenabfälle hin verschleppt werden. Meist sind die Aufkommen nur von kurzer Dauer. Die Unterscheidung der Spritzgurke von anderen Kürbisgewächsen ist recht einfach, da es in Mitteleuropa die einzige Art der Familie ohne Ranken ist.



Abb. 1 Ecballium elaterium am Wegesrand auf der Halbinsel Babin Kuk in Dubrovnik, Kroatien, 07.10.2015, 18 m, 42° 39' 45 N, 18° 04' 23 O Abb. 2 Ecballium elaterium an einer Kalksteinmauer, Halbinsel Babin Kuk in Dubrovnik, Kroatien, 07.10.2015, 14 m, 42° 39' 49 N, 18° 03' 45 O

Abb. 3 Blüten des Ecballium elaterium, Halbinsel Babin Kuk in Dubrovnik, Kroatien, 07.10.2015, 18 m, 42° 39' 45 N, 18° 04' 23 O Abb. 4 Laubblatt von Ecballium elaterium, Halbinsel Babin Kuk in Dubrovnik, Kroatien, 07.10.2015, 14 m, 42° 39' 49 N, 18° 03' 45 O

Abb. 5 Früchte des Ecballium elaterium, Halbinsel Babin Kuk in Dubrovnik, Kroatien, 07.10.2015, 14 m, 42° 39' 49 N, 18° 03' 45 O


Der Gattungsname Ecballium A. Rich. leitet sich ab von gr. "ekballein" (= hinaus werfen, herausschleudern) nach dem Schleudermechanismus der Samen. Das Epitheton elaterium stammt von gr. "elaterios" (= abführend, vertreibend) und beschreibt die frühere Nutzung der Spritzgurke als Abführmittel, heftiges Emetikum und Abortivum.

Ecballium elaterium ist als einjährige Pflanze im mitteleuropäischen Garten geeignet. Dort darf sie offene Standorte im Steingarten oder Mauern besiedeln. Bis zu den ersten Frösten zieren die architektonisch interessanten Pflanzen. Im Herbst sammelt man die Samen ab und bringt sie im kommenden Frühjahr ann offene Stellen im Garten aus oder zieht sie im Topf vor. Eine Kübelkultur ist eine interessante Alternative.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Polunin, O. 2006: Flowers of Greece and the Balkans. - Oxford University Press, Oxford, New York, 592 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2015: Ecballium elaterium. - http://www.tropengarten.de/Pflanzen/ecballium-elaterium.html am Tg.Mo.Jahr.

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