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Eriobotrya japonica
(Thunb.) Lindl.
Japanische Wollmispel, Rosaceae - Rosengewächse
Herbst-, Winterblüher, IX–XII, 3–10 m hoch, immergrün, mehrjährig

Die Japanische Wollmispel ist ein kleiner Baum aus Südostasien, der in den wärmeren Klimazonen weltweit aus ornamentalen Gründen und wegen seiner Früchte, den Loquats, kultiviert wird. Früher wurde die Art als Mespilus japonica Thunb. geführt. Die Pflanzen sind locker verzweigt, mit gelb bräunlichen, filzigen Zweigen, die große, ledrige Blätter tragen, die bis 30 cm lang werden können, dunkel grün sind und durchaus tropisch wirken. Die Blüten erscheinen im Herbst und Winter, stehen an biszu 20 cm großen Rispen, sind bis 2 cm im Durchmesser groß und haben weiße Kronblätter. Später bilden sich gelbe oder orange farbige, bis 4 cm große, rundliche Früchte, die Loquats, mit süßlichem Fruchtfleisch und 1–2(–4) bräunlichen Samen.



Abb. 1 Blühendes Exemplar einer Eriobotrya japonica in einem Privatgarten in Perpignan, Südfrankreich, 14.10.2005 Abb. 2 Blütenstand der Eriobotrya japonica in einem Privatgarten in Perpignan, Südfrankreich, 14.10.2005

Abb. 3 Eriobotrya japonica in einem privaten Vorgarten in der Innenstadt von Basel, Schweiz, 08.04.2010 Abb. 4 Eriobotrya japonica in einem privaten Vorgarten in der Innenstadt von Basel, Schweiz, 08.04.2010

Abb. 5 Eriobotrya japonica mit leichten Frostschäden "am Blatt", in der Innenstadt von Basel, Schweiz, 08.04.2010 Abb. 6 Noch unreife Früchte der Eriobotrya japonica in einem Privatgarten in Nerja, Südspanien, 25.03.2008

Abb. 7 Frostschäden an den Laubblättern von Eriobotrya japonica, wie Abb. 5, Basel, 08.04.2010 Abb. 8 Einjährige Jungpflanze 10–20 cm aus Samen der Eriobotrya japonica im 0,5L-Topf

Abb. 9 Prächtige Borke einer alten Eriobotrya japonica im ehemaligen Benediktinerkloster auf der Insel Lokrum, Dubrovnik, Kroatien, 13.10.2015 Abb. 10 Alter Baum der Eriobotrya japonica auf der Insel Lokrum, Dubrovnik, Kroatien, 13.10.2015


Der Gattungsname Eriobotrya Lindl. stammt von gr. "erion" (= Wolle) zu gr. "botrys" (= Traube), nach den filzigen, traubig-rispigen Blütenständen. Das Epitheton japonica referiert auf den Naturstandort.

Bei der Freilandkultur in unserem Klima hat sich Eriobotrya japonica als robust gezeigt und bleibt auch meist immergrün. Sie eignet sich für städtische oder geschützte Lagen der Innenstädte in Zone 8. In kälteren Regionen oder exponierten Lagen ist Winterschutz notwendig oder eine Kübelhaltung vorzuziehen. Leider findet aufgrund der Blütezeit im Winter nur gelegentlich eine Fruchtbildung in Mitteleuropa statt.

Wählen Sie als Standort eine sonnige, windgeschützte Stelle, am besten vor einer beheizten Wand. So kann sich dieser schöne, großblättrige Exot am besten akklimatisieren und erreicht seine volle Winterhärte bis –18 °C oder etwas mehr. Es ist zu empfehlen, dass keine veredelten Sorten genommen werden, da die Veredlungsstelle ein Schwachpunkt ist und nach Frostschäden die Pflanzen aus der Unterlage austreiben.

Der Eriobotrya japonica-Schorf tritt im Freiland an optimalen Standorten nicht auf, Regenschutz ist daher nicht nötig. Zudem sind Freilandexemplare dichter und reicher verzweigt als Topfpflanzen. Schon in kälteren Bereichen der Z 8 ist E. japonica nicht mehr ausreichend winterhart.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2015: Eriobotrya japonica. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/eriobotrya-japonica.html am Tg.Mo.Jahr.

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