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Eucalyptus gunnii Hook. f.
Gunns Eukalyptus, Myrtaceae - Myrthengewächse
Sommerblüher, VI–IX, 10–25 m hoch, immergrün, mehrjährig

Gunns Eukalyptus ist endemisch in Tasmanien, wo die Pflanzen in Wäldern, Strauchgesellschaften oder alpinen Standorten in Erdtaschen zwischen Felsen wachsen. Es sind Bäume bis 25 m Höhe mit weicher, weißer oder grau-grüner Borke, die in den unteren Stammabschnitten bei alten Bäumen bis etwa 1 m Höhe rauh ist, persistiert oder in langen Streifen abschilfert. Junge Laubblätter sind gegenständig, sitzend, oval bis rundlich, grau-grün, den Zweigen anliegend und mit feinen rundlichen Zähnen. Ältere Laubblätter sind wechselständig, elliptisch oder breit lanzettlich, 5–8 cm lang, bis 3 cm breit, mit 1–2 cm langem Stiel. Die Blütenstände shaben bis 9 mm lange Stiele, sind 3-blütig mit fast sitzenden Einzelblüten. Die Blütenknospen sind zylindrisch bis keulenförmig und kahl. Das Operculum (Blütendeckel) ist hemisphärisch, 2–3 mm lang, 3–5 mm breit und hat einen leichten Buckel. Der Blütenbecher (Hypanthium) ist umgekehrt konisch, 4–5 mm lang und 3–5 mm breit. Später bilden sich zylindrische bis urnenförmige, kahle, 6–´9 mm lange und 4–7 mm breite Früchte. Serie Viminales.

Im englischen Sprachraum wird Eucalyptus gunnii als "Cider-Gum" bezeichnet, was auf die frühen europäischen Siedler zurückgeht, die von Gunns-Eukalyptus Most gewannen. Auch heute noch wird gelegentlich Sirup aus den pflanzen gewonnen.


Abb. 1 Baum einer Eucalyptus gunnii an einem Straßenrand in St. Cyprien Plage, Südfrankreich, 08.10.2005 Abb. 2 Abschilfernde Borke einer älteren Eucalyptus gunnii an einem Straßenrand in St. Cyprien Plage, Südfrankreich, 08.10.2005

Abb. 3 Laubblattkronen von Eucalyptus gunnii an einem Straßenrand in St. Cyprien Plage, Südfrankreich, 08.10.2005 Abb. 4 Blüten von Eucalyptus gunnii an einem Straßenrand in St. Cyprien Plage, Südfrankreich, 14.10.2005

Abb. 5 Zwei jüngere Exemplare der Eucalyptus gunnii im Tierpark Bochum, 19.02.2017 Abb. 6 Zurückgefrorene Eucalyptus gunnii nach etwa –16 °C mit Neuaustrieb im Frühjahr in einem Privatgarten, 21.05.2009

Abb. 7 Die selbe Eucalyptus gunnii etwa 1 Monat später mit deutlichem Wachstum im Neuaustrieb. Pflanze letztendlich abgestorben, Privatgarten, 20.06.2009 Abb. 8 Untere Stammpartie von Eucalyptus gunnii mit Jungtrieben, an einem Straßenrand in St. Cyprien Plage, Südfrankreich, 08.10.2005


Der Gattungsname Eucalyptus L'Hér. leitet sich ab von gr. "eu" (= schön) und gr. "kalyptos" (= verborgen) und beschreibt die Blütenknospen, die vor dem Aufblühen von einem Deckel verdeckt werden. Das Epitheton gunnii wurde zu Ehren von Ronald Campbell Gunn (1808–1881)<
etabliert, einem australischen Botaniker, geboren in Südafrika.

Die Winterhärte von Eucalyptus gunnii reicht kaum für Mitteleuropa. Selbst in Z 8 gibt es keine langfristig erfolgreich angebauten Exemplare. Gunns Eukalyptus ist als ephemerer Exot geeignet, der mit seinem raschen Wachstum und den blausilbrigen Blättern einige Jahre den Garten zieren kann, bevor dann doch der Winter kommt, der zu kalt für den Baum ist. Nach dem Zurückfrieren, was je nach Herkunft ab –12 °C bis –19 °C zu erwarten ist, treiben insbesondere ältere Pflanzen zwar im Frühjahr wieder aus, kollabieren dann aber meist schon im kommenden Sommer. Siehe auch Eucalyptus-Seite.

Referenzen
Chippendale, G. M. 1988: Eucalyptus, Angophora (Myrtaceae). – Flora of Australia, 19, Australian Governmant Publishing Services, Canberra, 543 S.
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Eucalyptus gunnii. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/eucalyptus-gunnii.html am Tg.Mo.Jahr.

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