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Fargesia nitida (Mitford ex Bean) Keng f. ex T. P. Yi
  synonym: Arundinaria nitida Mitford ex Bean
                 Fargesia demissa T. P. Yi
                 Fargesia emaculata T. P. Yi
                 Sinarundinaria nitida (Mitford ex Bean) Nakai
                 Thamnocalamus nitidus (Mitford ex Bean) Demoly
Fontänenbambus, Fontänen-Schirmbambus, Poaceae - Süßgräser
Hapaxanther Blüher (nur einmal blühend, dann absterbend), I–XII, 2–6 m hoch, immergrün, mehrjährig

Der Fontänenbambus stammt aus den Bergregionen Chinas, wo die Pflanzen in feuchten Tälern in insgesamt eher trockenen Regionen in Höhen von 1.900–3.200 m über NN. Die Pflanzen bilden kurze Rhizome und bleiben horstig. An der Spitze hängen die Pflanzen erst ab dem 2. Jahr etwas über und sind dann auch verzweigt. Die Halme sind 1–2 cm im Durchmesser, rund, mit 11–20 cm langen Internodien, anfangs weiß pudrig, später kahl und glatt. Die Halmwand ist 2–3 mm dick und weist prominente Blattscheidennarben auf. Es finden sich 15–18 Zweige je Nodium. Die Halmscheiden persistieren sehr lange, sind purpurfarben bis bräunlich, 3-eckig bis elliptisch, meist länger als das Internodium, ledrig, kahl oder locker behaart. Je Endzweig finden sich 2–3 Laubblätter mit purpurfarbener bis bläulichroter Blattscheide, deren Ränder grau-braun bewimpert sind. Die Laubblätter sind 5–10 cm lang, 0,5–1,3 cm breitlinear-lanzettlich, kahl und an einem Rand gesägt. Die Blütenstände sind vielblütige Trauben, haben 1–3 Hochblätter und 1,1–2,5 cm lange Ährchen mit 2–3 Blüten, aus denen gelbe Staubfäden hängen.

Fargesia nitida wurde erstmals 1889 nach England eingeführt, kurz darauf auch nach Mitteleuropa. Wahrscheinlich handelte es sich um einen Samenimport, der über Botanische Gärten verteilt wurde, da die in Europa kultivierten Pflanzen unterschiedlich sind und jede Menge Sorten im Handel vertrieben werden. Zudem gibt es Berichte über Pflanzen, die 1886 in China blühten. Seit 1993 werden an F. nitida Blüten in Europa beobachtet. Mithin dürfte der Blühzyklus etwa 100 Jahre betragen.


Abb. 1 Samenstände bei Fargesia nitida in einem Privatgarten in Gloucester, England, 04.03.2018 Abb. 2 Samenstände von Fargesia nitida in 'The Lost Gardens of Heligan' in St. Austell, Cornwall, 07.03.2018

Der Gattungsname Fargesia Franch. wurde zu Ehren von Paul Farges (1844–1912) etabliert, einem französischen Missionar in China. Das Epitheton nitida stammt von lat. "nitidus" (= glänzend, nett), nach den glänzenden, kahlen Laubblättern.

Fargesia nitida war einer der am häufigsten angeplanzten Bambusarten. Durch die Blüte ist der Bestand deutlich gesunken. Die Pflanzen sind ausgesprochen winterhart, bis Z 7a. Der Standort sollte nicht zu trocken sein, auch unter lichten Gehölzen oder halbschattig. Die Pflanzen sind horstbildend und machen keine langen Ausläufer.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Jäger, E. J., Ebel, F., Hanelt, P. & Müller, G. K. 2007: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Nutz- und Zierpflanzen. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 874 S.
Ohrnberger, D. 1999: The Bamboos of the World. – Elsevier Science B. V., Amsterdam, 585 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Fargesia nitida. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/fargesia-nitida.html am Tg.Mo.Jahr.

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