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Ficus tikoua Bureau
  synonym: Ficus bonatii H. Lév.
                 Ficus nigrescens King   
Kürbis-Feige, Moraceae - Maulbeergewächse
Frühlingblüher, V–VI, 30–40 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Die Kürbis-Feige stammt aus dem östlichen Asien  (China, Indien, Laos und Vietnam), wo die Pflanzen in der Krautschicht von Laubwäldern, Felsfluren, Wiesen und an Ruderalstandorten wachsen in Höhen von 800–1.400 m über NN wachsen. Es sind niederliegende, kriechende Pflanzen mit verholzenden Sprossen, die einen hohen Deckungsgrad am Boden erreichen können. Sie sind zweihäusig getrenntgeschlechtlich. Junge Zweige sind behaart, rötlich-braun und meist lang gestreckt, oft an den Knoten wurzelnd. Später werden die Zweige kahl, gräulich braun und verholzend. Die Laubblätter haben einen 1–6 cm langen Stiel, sind oval, bis 8 cm lang und 4 cm breit, papierartig dick, beidseits etwas behaart und am Rand fein gesägt. Die Feigenfrüchte (= Sykonium (von gr. "sykon" = Feige), einem Fruchtstand mit zahlreichen Nüsschen im Inneren eines fleischigen Achsengebildes) sind achselständig zu 2 oder in Büscheln. teilweise im Boden, deunkelrot bei Reife, rundlich bis eiförmig, 1–2 cm im Durchmesser. Männliche Blüten sind unscheinbar mit 2–6 Kelchlappen. Weibliche Blüten besitzen keine Kelchlappen.

Abb. 1 Eiförmig lanzettliche Laubblätter der Ficus tikoua in einem Privatgarten, 25.08.2017 Abb. 2 Rundlich ovale, leicht gezähnte Laubblätter von Ficus tikoua in einem Privatgarten, 25.08.2017


Der Gattungsname Ficus L. stammt von lat."ficus" (= Feigwarze), nach den feinwarzigen Wucherungen; ältere Sprachwurzeln sind trotz der stark unterschiedlichen Phoneme gr. "sykea" oder armenisch "t'uz". Das Art-Epitheton tikoua stammt vom chinesischen Volksnamen "Ti Koua" (= Bodenfeige, Bodenkürbis). Der deutsche Name Kürbis-Feige referiert auf die dem Kürbis ähnlichen, bodennahen Früchte.

Ficus tikoua ist ein exotischer Bodendecker für halbschattige Stellen. Der Boden sollte nicht zu trocken sein. Die Winterhärte ist spekulativ, da es kaum Freilandversuche bisher in Mitteleuropa gibt. Aus den Niederlande werden in Z 8b mittelfristige Anbauerfolge berichtet.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Ficus tikoua. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/ficus-tikoua.html am Tg.Mo.Jahr.

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