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Gentianella ciliata (L.) Borkh.
   Synonym: Gentianopsis ciliata (L.) Ma
Gewöhnlicher Fransen-Enzian, Gewöhnlicher Kranz-Enzian, Gentianaceae - Enziangewächse
Frühherbstblüher, VIII–X, 05–30 cm hoch, sommergrün, zwei-, mehrjährig

Das Verbreitungsgebiet des Gewöhnlichen Fransen-Enzians reicht von Europa bis zum Kaukasus. Er besiedelt meist colline bis subalpine Standorte, oft auf Kalk in Mager- und Trockenrasen oder lichten Wäldern; im Flachland wird er selten. In Mitteleuropa siedelt er in den Mittelgebirgen bis zu den Alpen, fehlt fast vollständig im norddeutschen Tiefland. Die Pflanzen bilden einfache oder verzweigte, kahle, 4-kantige Stängel. Es findet sich keine Grundrosette und nur wenige lanzettliche, kreuzgegenständige, 1–3-nervige Laubblätter. Die endständigen Blüten stehen zu 1–4, haben 4-zipfelige Kelche, sind dunkelblau bis blauviolett, mit gefransten Kronzipfeln, im Schlund jedoch nicht bärtig. Später bilden sich Kapselfrüchte, die lang gestielt sind.

Die Pflanzen sind oft kurzlebig, können sich jedoch über das kriechende Rhizom ausbreiten. Die Blüten duften veilchenartig.


Abb. 1 Pflanze der Gentianella ciliata in einem Rasen am Wegesrand im Urft-Tal, Eifel, 26.09.2015, 447 m, 50° 30' 13 N, 06° 37' 32 O Abb. 2 Eine 4-zipfelige Blüte der Gentianella ciliata in einem Rasen am Wegesrand im Urft-Tal, Eifel, 26.09.2015, 447 m, 50° 30' 13 N, 06° 37' 32 O

Abb. 3 Blüte der Gentianella ciliata in einem Rasen am Wegesrand im Urft-Tal, Eifel, 26.09.2015, 447 m, 50° 30' 13 N, 06° 37' 32 O Abb. 4 Die Blüten der Gentianella ciliata stehen zu 1–4, Wegesrand im Urft-Tal, Eifel, 26.09.2015, 447 m, 50° 30' 13 N, 06° 37' 32 O

Der Gattungsname Gentianella Moench ist das Deminutiv von Gentiana L., welches schon in der Antike für den Gelben Enzian, Gentiana lutea L., genutzt wurde. Etymologisch stammt der Name von Genthios, dem letzten König der illyrischen Labeaten in Skorda (heutiges Nord-Albanien). Genthios selber oder einer seiner Ärzte erkannte wohl die Heilwirkung der Wurzel des Gelben Enzian. Der Gattungsname Gentianopsis Ma bezieht sich mit dem Suffix gr. "opsis" (= Aussehen) auf die im Gegensatz zur Gattung Gentiana ausgefransten Kronblätter. Das Epitheton ciliata stammt von lat. "cilium" (= Wimper), zu lat. "ciliatus" (= bewimpert), nach den gefransten Kronzipfeln der Art.

Mit Gentianella ciliata hat man einen prächtigen Herbstblüher im Garten, der einen halbschattigen oder sonnigen und warmen Standort auf Kalk bevorzugt. Zur Kultur werden nur Zuchtpflanzen gewählt, keine Naturentnahmen. Im Alpinum oder Steingarten passen die Pflanzen perfekt.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2015: Gentianella ciliata. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/gentianella-ciliata.html am Tg.Mo.Jahr.

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