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Geranium dissectum L.
Schlitzblättriger Storchschnabel, Geraniaceae - Storchschnabelgewächse
Beginn Frühsommerblüher, V–VIII, 10–60 cm hoch, immergrün, ein- (zwei-)jährig

Der Schlitzblättrige Storchschnabel stammt ursprünglich wahrscheinlich aus dem südwesteuropäischen, ozeanischen Raum und ist in Mitteleuropa schon vor 1.500 n. Chr. eingewandert (= Archäophyt). Auf mehreren Kontinenten ist er heutzutage eingebürgert. Die Pflanzen siedeln vorwiegend an Ruderalstandorten entlang von Wegen, auf Äckern oder in Gärten. In Mitteleuropa tritt der Schlitzblättrige Storchschnabel verbreitet bis zerstreut auf, im Nordosten ist er selten. Es sind meist einjährige, seltener zweijährige Pflanzen, die eine Grundblattrosette bilden, die zur Blühzeit meist schon vertrocknet ist. Stängel, Blatt- und Blütenstiele sind abstehend behaart. Die Stängelblätter haben 1–9 cm lange Stängel, sind gegenständig, fast bis zum Grund 5–7-fach geteilt und unterseits besonders an der Nervatur abstehend behaart. Die Blütenstände haben einen 0,5–3 cm langen Stiel, der kürzer als das Tragblatt ist. Die Teilblütenstände sind meist 2-blütig. Die Kronblätter sind 4–6 mm lang, nicht länger als der Kelch und rotviolett. Die Staubblätter sind etwa so lang die Kronblätter. Später bilden sich stark behaarte, drüsige, 7–12 mm lange Fruchtklappen ("Schnäbel"), die glatte Samen enthalten.

Abb. 1 Blüte des Geranium dissectum an einem Wegesrand im Rekultivierungswald des ehemaligen Braunkohletagebaus Bergheim, 11.06.2016, 88 m, 50° 58' 00 N, 06° 38' 38 O Abb. 2 Pflanze des Geranium dissectum an einem Wegesrand im Rekultivierungswald des ehemaligen Braunkohletagebaus Bergheim, 11.06.2016, 88 m, 50° 58' 00 N, 06° 38' 38 O

Abb. 3 Stängel und Stiele von Geranium dissectum sind abstehend behaart. Wegesrand im Rekultivierungswald des ehemaligen Braunkohletagebaus Bergheim, 11.06.2016, 88 m, 50° 58' 00 N, 06° 38' 38 O Abb. 4 Unterseite eines Laubblattes von Geranium dissectum. Wegesrand im Rekultivierungswald des ehemaligen Braunkohletagebaus Bergheim, 11.06.2016, 88 m, 50° 58' 00 N, 06° 38' 38 O

Abb. 5 Pflanze des Geranium dissectum in einer Krautflur am Süggelbach an der Grenze von Lünen-Gahmen und Dortmund, 50 m, 51° 35' 10 N, 07° 30' 12 O, 27.05.2017


Der Gattungsname der Storchschnäbel, Geranium L., leitet sich ab von gr. "geranion" (= Kranich) und beschreibt die Ähnlichkeit der Frucht mit langen Vogelschnäbeln. Das Epitheton dissectum stammt von lat. "dissectus" (= zerschnitten), nach den fast bis zum Grund geteilten Laubblättern.

Geranium dissectum wird nur selten als Zierpflanze angebaut. In manchen Gärten kommen die Pflanzen spontan auf. Im naturnahen Garten wäre ein guter Standort.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Geranium dissectum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/geranium-dissectum.html am Tg.Mo.Jahr.

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