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Geranium pratense L.
Wiesen-Storchschnabel, Geraniaceae - Storchschnabelgewächse
Ende Frühsommerblüher, VI–VIII, 20–80 cm hoch, sommergrün, ein-, mehrjährig

Der Wiesen-Storchschnabel ist in Mitteleuropa zerstreut bis verbreitet. Das Verbreitungsgebiet ist eurasisch, in Nordamerika sind die Pflanzen eingebürgert. Geranium pratense besiedelt gerne Auwaldsäume, Weiden, Wiesen oder Ruderalstandorte entlang von Wegen. Die Blätter des Wiesen-Storchschnabels sind siebenteilig, tief eingeschnitten und die sieben Abschnitte wiederum tief gesägt. Die Blüten stehen zu zweit, sind leuchtend blau bis lila und wenden sich zur Sonne. Die Kelchblätter sind 3-eckig bis zungenförmig mit haarförmiger Spitze und drüsig behaart. Zwar sind die Blüten meist zwittrig, aber zuerst erscheinen die (männlichen) Staubblätter, erst später dann öffnen sich (weiblichen) Narbenäste, wenn die männliche Phase beendet ist. So verhindern die Pflanzen Selbstbestäubung, weil der Pollen frei wird bevor die Stempel ausreifen. Nach dem Verblühen biegen sich die Blütenstiele nach unten. Die "Schnäbel" sind dicht mit Drüsenhaaren besetzt. Mit der Fruchtreife springen die "Schnäbel" auf. Sie bestehen aus Fruchtklappen (Valve, Valven), also Teilen der Fruchtwand, die beim Ausstreuen der Samen sich öffnen.


Abb. 1 Blau-lila Blüte des Geranium pratense, Schloß Krickenbeck, Niederrhein, 40 m, 51° 21' 01 N, 06° 15' 12 O Abb. 2 Blatt von Geranium pratense, am Schloß Krickenbeck, Niederrhein, 40 m, 51° 21' 01 N, 06° 15' 12 O

Abb. 3 Hängende Fruchtschnäbel von Geranium pratense, am Schloß Krickenbeck, 40 m, 51° 21' 01 N, 06° 15' 12 O Abb. 4 Dicht behaarte Fruchtklappen von Geranium pratense, Schloß Krickenbeck, Niederrhein, 40 m, 51° 21' 01 N, 06° 15' 12 O

Abb. 5 Die 5 Kelchblätter von Geranium pratense sind drüsig behaart, längs gerippt und zungenförmig mit haarförmiger Spitze, Rheinbogen bei Stürzelberg, 08.06.2016, 35 m, 51° 09' 38 N, 06° 50' 46 O Abb. 6 Zur Sonne gewendete Kronen von Geranium pratense, Rheinbogen bei Stürzelberg, 08.06.2016, 35 m, 51° 09' 38 N, 06° 50' 46 O

Abb. 7 Schöner individuenreicher Bestand von Geranium pratense im Rheinbogen bei Stürzelberg, 08.06.2016, 35 m, 51° 09' 38 N, 06° 50' 46 O Abb. 8 Links Blüte von Geranium pratense in der weiblichen Phase, rechts in der männlichen Phase. Rheinbogen bei Stürzelberg, 08.06.2016, 35 m, 51° 09' 38 N, 06° 50' 46 O

Abb. 9 Geschlossener Fruchtapparat des Geranium pratense mit der prominenten Mittelsäule und im unteren Bereich mit den Fruchtfächern, die die Samen enthalten. Rheinbogen bei Stürzelberg, 13.07.2016, 35 m, 51° 09' 38 N, 06° 50' 46 O Abb. 10 Geöffneter Fruchtapparat des Geranium pratense mit den nach oben gebogenen Fruchtfächern, in deren becherformigem Ende sich die Samen befanden. Rheinbogen bei Stürzelberg, 13.07.2016, 35 m, 51° 09' 38 N, 06° 50' 46 O


Die Abgrenzung des Geranium pratense von anderen Arten der Gattung ist recht einfach. Geranium sylvaticum L. hat roviolette Blüten, die zu mehr als 2 in den Achseln stehen und mittig am Grund weiß sind. Die Blätter sind 5–7-spaltig und die Blüten-Frucht-Stiele nach dem Verblühen aufrecht.

Der Gattungsname Geranium L. leitet sich ab von gr. "geranos" (= Kranich) und spielt auf die Vogelschnabel ähnlichen Fruchtklappen an. Das Epitheton pratense leitet sich von lat. "pratum" (= Wiese) ab und verweist auf den bevorzugten Standort der Pflanzen.

Geranium pratense sind dekorative Pflanzen für den Garten, die einen sonnigen Standort bevorzugen. Sie harmonisieren gut mit exotischen Pflanzen, sind aber auch ideal für den naturnahen Garten.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Geranium pratense. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/geranium-pratense.html am Tg.Mo.Jahr.

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