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Glechoma hederacea L.
Gundermann, Gundelrebe, Lamiaceae (= Labiatae), Lippenblütler
Ende Erstfrühlingblüher, IV–VI, 10–40 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Der Gundermann ist überall in Mitteleuropa gemein. Das Verbreitungsgebiet ist eurasisch, in Neuseeland und Amerika ist er eingebürgert. Er siedelt gerne in Wiesen, Weiden und Gärten, an Wegesrändern und auf gestörten Flächen, sowie in nährstoffreichen Laubwäldern und Strauchgesellschaften. Die Pflanzen bilden nach der Blüte lange, oberirdische Ausläufer. So können große Kolonien enstehen. Auch häufig gemähte Wiesen werden besiedelt und in manchen Gärten wird die Art daher als Unkraut wahrgenommen. Es sind immergrüne Pflanzen mit niederliegenden Sprossen, später aufsteigend. Die Stängel sind kahl oder dicht behaart mit gegenständigen, gestielten, nieren- bis herzförmigen, grob gekerbten Laubblättern. Die Blüten sitzen zu 1–6 in den Achseln normaler Laubblätter, sind 1–2(–3) cm lang, mit blauvioletter, rotlila oder weißer, 10–22 mm langer Krone und 5–6,5 mm langem Kelch, welcher 3-eckige, bis 2 mm lange Zähne hat, die bis 1/3 so lang wie die Kelchröhre sind.




Abb. 1 Kolonie der Glechoma hederacea in der basenreichen Aue des Angertals bei Ratingen, 09.04.2916, 90 m, 50° 19' 05 N, 06° 54' 55 O Abb. 2 Blauviolette Blüten der Glechoma hederacea im Angertal bei Ratingen, 09.04.2916, 90 m, 50° 19' 05 N, 06° 54' 55 O

Abb. 3 Glechoma hederacea im sandigen Spülsaum des Rheinufers bei Duisburg-Hüttenheim, 23.04.2916, 27 m, 51° 22' 17 N, 06° 42' 16 O Abb. 4 Blüten der Glechoma hederacea im Spülsaum des Rheinufers bei Duisburg-Hüttenheim, 23.04.2916, 27 m, 51° 22' 17 N, 06° 42' 16 O

Abb. 5 Glechoma hederacea in einer sandigen Wiese auf der Büdericher Insel, Wesel, 30.04.2016, 23 m, 51° 38' 27 N, 06° 36' 38 O

Der Gattungsnamen Glechoma L. stammt von gr. "glechon" (= Polei-Minze), ohne eindeutiges Benennungsmotiv. Gut möglich, dass die ebenfalls geruchsintensive Polei-Minze mit ihren oberirdischen, kriechenden Ausläufern in der Antike mit dem Gundermann verglichen wurde, gleichwohl letzterer eher durch unangenehmen Geruch auffällt. Das Epitheton hederacea stammt von lat. "herderaceus" (= efeublättrig) und bezieht sich auf die ausläuferbildende Eigenschaft. Die Laubblätter dürften eher nicht gemeint sein.

Meist wird der Gundermann als Unkraut empfunden, gleichwohl blühende Bestände im zeitigen Frühjahr den Unterwuchs von Gehölzpflanzungen farblich aufwerten können.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
äger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Glechoma hederacea. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/glechoma-hederacea.html am Tg.Mo.Jahr.

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