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Hesperaloe parviflora (Torr.) J. M. Coult.
Kleinblütige Westliche Aloe, Rote Yucca, Agavaceae - Agavengewächse
                            oder: Asparagaceae, Spargelgewächse
Sommerblüher, III–IX, bis 130 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Hesperaloe parviflora ist eine stammlose, yuccaähnliche Pflanze aus Texas und Mexiko (Coahuila), wo sie in Creosote Buschland, Eichenwäldern und Halbwüsten auf Höhen von 600–2.000 m wächst. Die Blätter sind länglich, zur Spitze schmaler werdend, dunkel grün, bis 125 cm lang, mit zahlreichen feinen Fäden am Rand. Die Blütenrispen erscheinen über einen langen Zeitraum vom Frühling bis in den Spätsommer, sind bis 2,5 m hoch, haben wenige Teilblütenstände und tragen zahlreiche, 3,5 cm lange, röhrenförmige, lachsrote bis korallenfarbene, selten gelbe Blüten. Die Früchte sind holzug, oval, bis 4 cm groß. Die Samen sind schwarz, bis 7×10 mm groß.

Abb. 1 Ungeöffnete und geöffnete Blüten einer Hesperaloe parviflora in einem Privatgarten in Phoenix, Arizona, USA, 09.02.2008 Abb. 2 Hesperaloe parviflora mit wachsender Blütenstandsachse in einem Privatgarten in Phoenix, Arizona, USA, 09.02.2008

Abb. 3 Blütenstand mit noch ungeöffneten Blüten bei einer Hesperaloe parviflora. Die Blüten öffnen sich nur tagsüber und röhrenförmig, da sie von Kolibris und Bienen besucht werden. Privatgarten in Rheinstetten, 15.07.2003 Abb. 4 Frucht der Hesperaloe parviflora in einem Privatgarten in Chandler, Arizona, USA, 09.02.2008

Abb. 5 Noch geschlossene Blüten von Hesperaloe parviflora in einem Privatgarten in Rheinstetten, 15.07.2003 Abb. 6 Geschlossene Blüten und Frucht der Hesperaloe parviflora in einem Privatgarten in Chandler, Arizona, USA, 09.02.2008


Der Gattungsname Hesperaloe Engelm. leitet sich ab von gr. "hespera" (= Sonnenuntergang, Abend, Westen) und Aloe und bezieht sich auf die Ähnlichkeit der Gattung mit der Aloe succotrina All. und der Herkunft aus der Neuen Welt im Westen. Der selbe Wortstamm existiert auch im deutschen "Vesper" (= Abendgottesdienst, Zwischenmahlzeit). Das Art-Epitheton parviflora stammt von lat. "parvus" (= klein) und lat. "-florus" (= blütig) und beschreibt kleinere Blüten.

Die Rote Yucca wird im Südwesten der USA zahlreich in Gärten kultiviert, da sie langanhaltend blüht und mit ihrem leuchtend roten Perigon das Xeroscape dekoriert. Die Pflanzen sind im heißen Klima genügsam, benötigen nur wenig Pflege und sind immergrün.

Abb. 7 Hesperaloe parviflora im Sukkulentenbeet eines Privatgartens in Rheinstetten, 15.07.2003 Abb. 8 Große, kräftige Hesperaloe parviflora in einem Privatgarten in Rheinstetten, 15.07.2003

Abb. 9 Blühende Pflanze der Hesperaloe parviflora in einem Privatgarten bei Rösrath, 07.06.2015 Abb. 10 Noch nicht ganz fertig ausgebildeter Blütenstand der Hesperaloe parviflora bevor sich die erste Blüte öffnet. Privatgarten bei Rösrath, 07.06.2015

Abb. 11 Blütenstand der Hesperaloe parviflora mit einigen geöffneten Blüten. Sukkulentenbeet im Botanischen Garten Bonn, 07.09.2016 Abb. 12 Blattschöpfe der Hesperaloe parviflora im Sukkulentenbeet im Botanischen Garten Bonn, 07.09.2016


In Mitteleuropa gibt es eine ganze Reihe erfolgreicher Langfristpflanzungen im Freiland. Der buschige immergrüne Wuchs eignet sich bestens für das Sukkulentenbeet oder zur Vorpflanzung an große Exoten. Bei guter Drainage und sonnig trockenem Standort ist es eine weitgehend problemlose exotische Pflanze. Molly Bina berichtet in "Where the cold hardy cactus grow" von guter Winterhärte bis Zone 5. In Mitteleuropa dürfte dies eher nicht gelten und man ist gut beraten, einen Standort zu suchen, der optimal warm, sonnig und trocken ist. Bei verdichteten Böden oder feuchtem Stand können die Pflanzen schnell absterben, ebenso in kühleren Regionen mit geringer Jahreswärmesumme. Dort wäre dann Kübelhaltung zu bevorzugen.

Von der Roten Yucca gibt es Sorten mit roter und mit cremig gelber Blüte. Ob diese Sorten unterschiedliche Winterhärten haben, ist nicht erprobt. Alle sind sehr dekorativ und die Blütenstände machen auch im ungeöffneten Zustand "etwas her", so dass man lange Freude an den prächtigen Pflanzen im Sommer hat.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Irish, G. & Irish, M. 2000: Agaves, Yuccas, an Related Plants. A Gardener's Guide. – Timber Press, Portland, Oregon,  312 S.
Thiede, J. 2001: Yucca. In: Eggli., U: Illustrated Handbook of Succulent Plants: Monocotyledons. – Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, New York, 87–102.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Hesperaloe parviflora. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/hesperaloe-parviflora.html am Tg.Mo.Jahr.

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