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Indigofera tinctoria L.
  synonym: Anila tinctoria (L.) Kuntze
                 Indigofera indica Lam.
                 Indigofera sumatrana Gaertn.
Gewöhnlicher Indigostrauch, Fabaceae - Hülsenfruchtgewächse
Sommerblüher (in gemäßigten Zonen), VII–IX, 50–100 cm hoch, sommergrün (in gemäßigten Zonen), mehrjährig

Der Gewöhnliche Indigostrauch stammt aus dem tropischen Afrika und Asien, wo die Pflanzen in Strauchgesellschaften, lichten Wäldern und an Ruderalstandorten wachsen. Vielfach wird Indigofera tinctoria auch heute noch angebaut. Im gemäßigten Klima sind die Sträucher sommergrün mit aufrechten oder leicht überhängenden Zweigen. Junge Zweige sind anfangs behaart, später kahl. Die Laubblätter sind unpaarig gefiedert, 2,5–11 cm lang, mit 9–13 verkehrt eiförmigen Fiederblättern, die 1,5–3 cm lang und 0,5–1,5 cm breit sind. Meist sind die Laubblätter beidseits behaart, oberseits manchmal kahl. Im gemäßigten Sommer bis in den Herbst hinein, finden sich traubige, endständige, 2,5–9 cm lange Blütenstände mit roten Einzelblüten. Zum Herbst bilden sich kahle oder behaarte, 2,5–3 cm lange, lineare Hülsenfrüchte, die jeweils 5–12 Samen enthalten.

Durch aufwändige chemische Prozesse wird das blaue Indigo aus den Blätter der Indigofera tinctoria gewonnen. Um etwa 1.900 n. Chr. wurde dieses Verfahren weitgehend durch synthetischen Farbstoff ersetzt und die kommerzielle Indigoproduktion aus den Pflanzen fast völlig aufgegeben. Lediglich im kleinbäuerlichen Segment gibt es heute noch eine Farbstoffgewinnung aus dem Gewöhnlichen Indigostrauch.


Abb. 1 Die unpaarig gefiederten Laubblätter und Blütenstände eines als Indigofera tinctoria ausgeschilderten Strauches im Botanischen Garten Düsseldorf, 21.07.2018 Abb. 2 Ein als Indigofera tinctoria ausgeschilderter Strauch im Botanischen Garten Düsseldorf, 21.07.2018


Der Gattungsname Indigofera L. leitet sich ab von gr. "Indikos" (= Indus, Indien), später zu "Indigo" für den Farbstoff den manche Arten der Gattung enthalten, und lat. "-fera" (= -tragend), zu "indigotragend", nach den farbstoffhaltigen Pflanzenteilen. Das Art-Epitheton tinctoria stammt von lat. "tinctorius" (= Färber-) und verweist auf den Gebrauch der Blätter zum Färben.

Der Gewöhnliche Indigostrauch ist bis Z 7b winterhart. Junge Pflanzen mit noch dünnen Zweigen sollten in den ersten 1–3 Jahren vor tiefen Frösten geschützt werden, da die volle Winterhärte sich erst bei kräftigeren Sträuchern entwickelt. Der Boden sollte durchlässig und immer leicht feucht sein. Ein sonniger Standort ist ideal.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Indigofera tinctoria. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/indigofera-tinctoria.html am Tg.Mo.Jahr.

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