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Iris germanica L.
Deutsche Schwertlilie, Iridaceae - Irisgewächse (Schwertliliengewächse)
Vollfrühling-, Frühsommerblüher, V–VI, 30–100 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Deutsche Schwertlilie ist in Mitteleuropa selten und eine sterile Iris, die wahrscheinlich eine Züchtung aus ursprünglich (sub-)mediterranen Arten ist. In Mitteleuropa tritt sie zerstreut synanthrop in Siedlungsnähe auf. Verschleppung mit Gartenabfällen, Ansalbungen oder langsame Vermehrung über die Rhizome sind deren Ausbreitungswege. Typische Standorte sind felsige oder sandige Ruderalstellen, Weinberge oder alte Mauern, meist auf Kalk. Die Pflanzen haben grüngraue, schwertartige Blätter und wenig verzweigte Blütenstängel mit außen dunkel- und innen hellvioletten Perigonblättern (Perigon deshalb weil sich Kelch- und Kronblättern nicht unterscheiden lassen). Am Grund sind die Perigonblätter gelb. Oberseits der Perigonblätter findet sich ein Längsstreifen dichter, gelber, "bartähnlicher" Haare -> Bartiris. Auf den äußeren Perigonblättern findet sich höchstens unterseits eine breite, dunkle Aderung. Die Hochblätter sind am Rand trockenhäutig.


Abb. 1 Die dunkelviolette Blüte der Iris germanica erscheint im Frühsommer. Die inneren Perigonblätter sind heller, Privatgarten, 07.05.2016 Abb. 2 Auf der Oberseite des Perigons von Iris germanica findetsich ein gelber Streifen aus Haaren - > Bartiris. Privatgarten, 07.05.2016




Der Gattungsname Iris leitet sich von gr. "iris" (= Regenbogen) ab und deutet auf den Farbenreichtum der Blüten der Schwertlilien hin. Das Epitheton germanica ist die weibliche Form von lat. "germanicus" (= blass) und bezieht sich auf die vermeintliche Herkunft der in Deutschland nur eingebürgten Art.

Irides germanicae sind sehr dekorative (eingebürgerte) Exoten mit prächtigen, dunkelvioletten Blüten. Die Pflanzen bevorzugen trockene, sonnige Standorte, gerne im Steingarten oder Yuccabeet. Ideal ist zudem ein kalkhaltiger Boden.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Iris germanica. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/iris-germanica.html am Tg.Mo.Jahr.

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