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Iris sisyrinchium L.
  synonym: Gynandriris sisyrinchium (L.) Parl.
                 Helixyra sisyrinchium (L.) N. E. Br.
                 Moraea sisyrinchium (L.) Ker Gawl.
                 Xiphion sisyrinchium (L.) Baker
Kleine Sandiris, Mittags-Schwertlilie, Iridaceae - Irisgewächse (Schwertliliengewächse)
Frühlingblüher, III–V, 5–40 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Kleine Sandiris stammt aus dem Mittelmeergebiet und Vorderasien, wo die Pflanzen in Felshabitaten, an Straßenrändern, küstennaher Garrique, Grassteppen und der Macchie bis in Höhen auf 900 m über NN wachsen. Die Pflanzen bilden eine kugelige, 1,5–3 cm breite, unterirdische Knolle mit mehreren faserigen Hüllen, was typisch für die Gattung Moraea Mill. ist. Es finden sich 1–2 lineare, 10–50 cm lange, 2–5 mm breite, rinnige, binsenähnliche Grundblätter, die meist niederliegend sind und sich beim Trocknen einrollen. Die Stängel sind kahl, bis 40 cm hoch und werden auf langer Strecke von papierartigen, bis 40 cm langen Hochblättern umschlossen. Je Stängel finden sich 1–4 Blütenstände, die jeweils 1–6 Blüten tragen. Die Einzelblüten sind 3-zählig, weiß, marineblau bis blauviolett, mit aufrechten, lanzettlichen inneren Perigonblättern (Dornblätter) und zurückgeschlagenen, bis 4 cm langen äußeren Perigonblättern (Hängeblätter), die am Grund gelb-weiße Flecken ohne Bart aufweisen. Die Blüten halten meist nur wenige Stunden und verblühen dann. Später bilden sich fast kugelige, bis 2 mm lange, oft schmal geflügelte oder mit schmaler Leiste versehene Kapselfrüchte.


Abb. 1 Blau-lilafarbene Blüte der Iris sisyrinchium an der Rena Bianca nördlich von Olbia, Sardinien, 02.04.2018, 0 m, 41° 02' 52 N, 09° 31' 27 O Abb. 2 Blüte der Iris sisyrinchium oberhalb der Rena Bianca nördlich von Olbia, Sardinien, 02.04.2018, 2 m, 41° 02' 53 N, 09° 31' 26 O

Abb. 3 Iris sisyrinchium oberhalb der Rena Bianca nördlich von Olbia, Sardinien, 02.04.2018, 2 m, 41° 02' 53 N, 09° 31' 26 O Abb. 4 Von Hochblättern bedeckter Stängel und 2 Grundblätter der Iris sisyrinchium an der Rena Bianca nördlich von Olbia, Sardinien, 02.04.2018, 0 m, 41° 02' 52 N, 09° 31' 27 O


Der Gattungsname Iris L. geht auf gr. "iris" (= Regenbogen) zurück und verweist auf die farbenreichen Blüten der Arten der Gattung. Auch in der Medizin wird die Regenbogenhaut des Auges Iris genannt. Das Epitheton sisyrinchium verweist auf die Gattung der Binsenlilien, Sisyrinchium L., einer früh aus Amerika nach Europa eingeführten Gattung der Iridacaeae, deren Laubblätter und Blütenfarben oft sehr ähnlich der Kleinen Sandiris sind.

Ideale Standorte der Iris sisyrinchium im Garten sind sonnig, neutral bis leicht alkalisch und relativ trocken mit durchlässigem Boden. Steingarten, Exotenbeete, Yucca-Arrangements wären interessante Einsatzbereiche. Im Sommer sollten die Beete ruhig mal trocken stehen. Beim Pflanzen sollte bedacht werden, dass die Knollen etwa 10 cm tief gesetzt werden.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.
Polunin, O. & Smythies, B. E. 1997: Flowers of South-West Europe. – Oxford University Press, Oxford, New York, 480 S.
Polunin, O. 2006: Flowers of Greece and the Balkans. – Oxford University Press, Oxford, New York, 592 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2018: Iris sisyrinchium. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/iris-sisyrinchium.html am Tg.Mo.Jahr.

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