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Laserpitium latifolium L.
Breitblättriges Laserkraut, Apiaceae - Doldenblütler
Hochsommerblüher, VII–VIII, 60–200 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Das Breitblättrige Laserkraut tritt in Mitteleuropa zerstreut bis selten auf und besiedelt als (sub-)montane Art die südlichen und zentralen Mittelgebirge, besonders auf kalk- und basenhaltigen Böden. Bevorzugt findet man es an Gebüsch- und Waldsäumen, sowie auf Wiesen und in Staudenfluren. Die Pflanzen sind sommergrün und haben einen gerillten, kahlen oder schwach borstigen Stängel, der am Grund typischerweise einen Faserschopf trägt.Die Laubblätter sind im Umriss 3-eckig, 1–2-fach gefiedert mit breit eiförmigen, grob gesägten Abschnitten. Die Dolden sind sind 20–50-strahlig, haben 6–11 kahle, hautrandige, schmall 3-eckige Hüllblätter (Hüllblätter sind bei Doldenblütlern die Hochblätter direkt unterhalb des Blütenstandes, Hüllchenblätter jene unterhalb der Teildolden = Döldchen). Hüllchenblätter unterhalb der Döldchen gibt es 3–8, sie sind kahl, fädig und nur wenig häutig. Die Blüten haben weiße, gelegentlich rötlich-rosa Kronblätter, die wenig in der Mitte eingeschnitten sind. Typisch sind die 5–11 mm langen, deutlich breit geflügelten Früchte.



Abb. 1 Vieldoldiger Blütenstand des Laserpitium latifolium an einem Waldsaum im Urft-Tal nahe Urft-Steinfeld, Eifel, 10.07.2016, 439 m, 50° 30' 47 N, 06° 36' 23 O Abb. 2 Ein 2-fach gefiedertes Laubblatt von Laserpitium latifolium mit breit eiförmigen Abschnitten. Staudengesellschaft im Urft-Tal, Eifel, 15.06.2016, 439 m, 50° 30' 47 N, 06° 36' 23 O

Abb. 3 Fruchtstand des Laserpitium latifoliumhier mit noch unreifen, aber schon deutlich breit geflügelten Früchten, Wegesrand im Urft-Tal, Eifel, 03.08.2016, 447 m, 50° 30' 32 N, 06° 37' 22 O Abb. 4 Frisches Laubblatt von Laserpitium latifolium mit deutlich gestielten Fiedern, Waldrand im Urft-Tal bei Urft-Steinfeld, Eifel, 03.08.2016, 432 m, 50° 30' 43 N, 06° 35' 15 O

Abb. 5 Die Abschnitte der Laubblätter von Laserpitium latifolium sind breit eiförmig und grob gesägt. Staudengesellschaft im Urft-Tal bei Nettersheim, Eifel, 15.06.2016, 445 m, 50° 30' 11 N, 06° 37' 30 O Abb. 6 Sich entfaltender Blütenstand des Laserpitium latifolium, hier mit etwa 40 Döldchen. Urft-Tal bei Nettersheim, Eifel, 15.06.2016, 445 m, 50° 30' 11 N, 06° 37' 30 O

Abb. 7 Die Blattscheiden des Laserpitium latifolium sind breit und taschenförmig. Urft-Tal bei Nettersheim, Eifel, 15.06.2016, 445 m, 50° 30' 11 N, 06° 37' 30 O Abb. 8 Unterhalb der Blütendolde des Laserpitium latifolium finden sich die schmal 3-eckigen Hüllblätter mit häutigem Rand. Urft-Tal bei Nettersheim, Eifel, 15.06.2016, 445 m, 50° 30' 11 N, 06° 37' 30 O

Abb. 9 Unterhalb der Döldchen des Laserpitium latifolium sind die Hüllchenblätter schmal lanzettlich bis fadenförmig und nur wenig hautrandig. Urft-Tal bei Nettersheim, Eifel, 15.06.2016, 445 m, 50° 30' 11 N, 06° 37' 30 O Abb. 10 Blüte des Laserpitium latifolium mit rötlich-weißen Kronblättern, die später meist ganz weiß werden. Trockener Waldsaum im Urft-Tal bei Nettersheim, Eifel, 15.06.2016, 444 m, 50° 30' 44 N, 06° 37' 04 O

Abb. 11 Die Kronblätter des Laserpitium latifolium sind nur bis maximal 1/3 eingeschnitten und anfänglich rötlich-weiß. Trockener Waldsaum im Urft-Tal bei Nettersheim, Eifel, 15.06.2016, 444 m, 50° 30' 44 N, 06° 37' 04 O

Der Gattungsname Laserpitium L. stammt von lat. "laserpicium", ein schon vorlinnäisch gebräuchlicher Begriff für Pflanzensippen mit einem starken Kümmelgeruch, der jedoch unerklärt bleibt und wohl einer vorrömischen Sprache entlehnt wurde. Das Epitheton latifolium stammt von lat. "latus" (= breit) und lat. "-folius" (= -blättrig), zu breitblätrig, nach den auffällig breit eiförmigen Abschnitten der Laubblätter.

Laserpitium latifolium wird nur selten als Zierpflanze in Gärten angebaut. Es sind relativ seltene Pflanzen, die durchaus eine Berechtigung im naturnahen Garten haben und gerne auf kalk- oder basenreichen Böden an halbschattiger, besser sonniger Stelle gedeihen.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Laserpitium latifolium. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/laserpitium-latifolium.html am Tg.Mo.Jahr.

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