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Linaria purpurea (L.) Mill.
Purpurrotes Leinkraut, Purpur-Leinkraut, Plantaginaceae - Wegerichgewächse
              früher auch: Scrophulariaceae - Braunwurzgewäche (ehemals: Rachenblütler)
Sommerblüher, VI–IX, immergrün, mehrjährig, 40–80 cm hoch, immergrün, (zwei-)mehrjährig, kurzlebig

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Purpurrote Leinkraut stammt aus Italien und Sizilien, wo es an offenen Standorten auf Felsen, der Garigue und in Olivenhainen wächst. In Mitteleuropa tritt es mittlerweile als Kulturflüchtling auf und bildet in Siedlungsnähe an trockenen Ruderalstandorten oder auf gestörten Flächen mehr oder weniger stabile Bestände. Die Art dürfte das Potential haben, sich langfristig in Mitteleuropa an xerothermen Standorten zu etablieren. Die Pflanzen wachsen straff aufrecht, mit kahlen, grünen bis graugrünen, schlanken Sprossachsen. Die unteren Laubblätter sind quirlig, schmal lanzettlich, unten dicht und nach oben hin lockerer angeordnet. Der Blütenstand ist eine lange, dichte, vielblütige Traube aus Blüten mit 9–12 mm langer, purpur-violetter Krone und 5–6 mm langem, gebogenem Sporn. Später bilden sich 2-kammerige, rundliche, hell braune Samenkapsel, die zahlreiche, bis etwa 1 mm große, schwarze, runzelige, meist halbmondförmige Samen enthalten.

Manche Autoren ordnen die in Nordafrika vorkommende Linaria cossonii Bonn. & Barr. unter L. purpurea ein.

Abb. 1 Reife, 2-kammerige Samenkapsel von Linaria purpurea, die schon aufgesprungen ist und die zahlreichen, kleinen, schwarzen, runzeligen, meist halbmondförmigen Samen frei lässt. Privatgarten, 23.07.2016 Abb. 2 Purpur-violette Blüten der Linaria purpurea mit ihren langen, gebogenen Spornen. Privatgarten, 23.07.2016

Abb. 3 Die Laubblätter von Linaria purpurea stehen in Quirlen, sind kahl, grün bis graugrün und schmal lanzettlich. Privatgarten, 23.07.2016 Abb. 4 Bizarre Verformubg der Sprossachse von Linaria purpurea, die womöglich auf einen Virus zurück zu führen ist. Privatgarten, 06.06.2016

Der Gattungsname Linaria L. stammt von lat. "linum" (= Lein, Flachs). Entweder beschreibt er die Nutzung als Färberpflanze oder leitet sich von der Ähnlichkeit der Laubblätter der L. vulgaris L. mit jenen des Flachs, Linum usitatissimum L., ab. Das Epitheton purpurea stammt von lat. "purpureus" (= pupurfarben), nach der Farbe der Blütenrkronen.

Linariae purpurea wird gelegentlich als Zierpflanze in Gärten angebaut. Ideal sind sonnige, offene und warme Standorte im Garten. Die Pflanzen sind oft kurzlebig und säen sich aber zuverlässig auf offenen Flächen gerne aus.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.
Schönfelder, I. & Schönfelder, P. 2002: Kosmos Atlas Mittelmeer- und Kanarenflora. – Kosmos-Verlag, Stuttgart, 303 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Linaria purpurea. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/linaria-purpurea.html am Tg.Mo.Jahr.

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