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Lithospermum purpurocaeruleum L.
   synonym: Buglossoides purpurocaerulea (L.) I. M. Johnst.
Blauroter Steinsame, Purpurblauer Steinsame, Purpurblaue Rindszunge, Boraginaceae - Raublattgewächse
Vollfrühlingblüher, IV–VI, 30–60 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Der Blaurote Steinsame ist in Mitteleuropa selten bis zerstreut und kommt bevorzugt in den kalkhaltigen Mittelgebirgen vor. Richtung Norden ist er selten oder fehlt ganz und die Bestände sind abnehmend. Bevorzugt siedelt er trockene und warme Laubmischwälder und Strauchgesellschaften, ausschließlich auf Kalk. Die Pflanzen sind sommergrün mit aufrechten blühenden und niederliegenden vegetativen Sprossen. An idealen Standorten können die Pflanze große Kolonien durch unterirdische Ausläufer und bewurzelnde Sprosse bilden und dadurch einen hohen Deckungsgrad in der Krautschicht aufweisen. Die Stängel sind unverzweigt und tragen lanzettliche, bis 8 cm lange Laubblätter. Die Blüten stehen dicht gedrängt in Wickeln (wie viele der einheimischen Raublattgewächse), sind bis 2 cm lang, anfangs purpurfarben, später tiefblau. Die Teilfrüchte sind glatt, gelblich-weiß, bis 5 mm und sehr hart, "steinähnlich".




Abb. 1 Dirchter, bodendeckender Bestand des Lithospermum purpurocaeruleum an einem bodenfeuchten Hang zur Urft hinunter, bei Urft-Steinfeld, Eifel, 10.08.2016, 437 m, 50° 30' 46 N, 06° 35' 52 O Abb. 2 Blüte des Lithospermum purpurocaeruleum im Urft-Tal bei Urft-Steinfeld, Eifel, 15.06.2016, 437 m, 50° 30' 46 N, 06° 35' 52 O

Abb. 3 Lanzettliche Laubblätter des Lithospermum purpurocaeruleum im Urft-Tal bei Urft-Steinfeld, Eifel, 15.06.2016, 437 m, 50° 30' 46 N, 06° 35' 52 O Abb. 4 Fruchtkapsel des Lithospermum purpurocaeruleum im Urft-Tal bei Urft-Steinfeld, Eifel, 03.08.2016, 437 m, 50° 30' 46 N, 06° 35' 52 O


Der Gattungsname Lithospermum L. leitet sich ab von lat. "lithos" (= Stein) und lat. "sperma" (= Same), nach den harten, steinähnlichen Samen der Gattung. Der Gattungsname Buglossoides Moench stammt von gr. "bous" (= Ochse, Rind), gr. "glossa" (= Zunge) und gr. "-oeides" (= -ähnlich), zu "ochsenzungenähnlich", nach den rauen, zungenförmigen Blättern, die an die Zunge von Ochsen erinneren. Das Epitheton purpurocaeruleum stammt von lat. "purpureus" (= purpurrot) und lat. "caeruleus" (= blau), zu "purpurblau", nach der Farbe der Kronblätter..

Lithospermum purpurocaeruleum bevorzugt einen schattigen bis halbschattigen Platz unter Gehölzen, auf Kalk und nicht zu trockenem Boden. Hübsch sind Kombinationen mit mediterranen Sträuchern oder Bäumen, wo der Purpurblaue Steinsame zusammen mit Farnen den Unterwuchs bilden kann.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Lithospermum purpurocaeruleum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/lithospermum-purpurocaeruleum.html am Tg.Mo.Jahr.

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