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Maytenus boaria Molina
Chilenischer Kerzenbaum, Celastraceae - Spindelstrauchgewächse
Frühlingblüher, IV–V, 5–24 m, immergrün, mehrjährig

Maytenus boaria ist ein immergrüner Baum aus Südamerika (Chile und Argentinien), der in immergrünen Wäldern in unteren mittleren Höhen der Anden etwa vom 30–50° S Breitengrad wächst. Die Pflanzen treten gemeinsam mit der Chilenischen Honigpalme, Jubaea chilensis (Molina) Baill., auf und besiedeln auch Gebiete weiter im Osten mit kontinentalem, warm gemäßigtem Klima mit Wintertrockenheit, besonders in den zentralen, bergigen Regionen der Pampas in Argentinien. Die Bäume wachsen aufrecht, später überhängend mit schlanken, reichlich verzweigenden Ästen. Die Borke ist glatt, bräunlich-grau, später längsrissig. Die Laubblätter sind 2,3–5 cm lang, lanzettlich bis schmal oval, kahl, fein gesägt, oberseits glänzend grün, unterseits blass grün und kurz gestielt. Die Blüten sind meist eingeschlechtlich, mit beiden Geschlechtern an einer Pflanze, stehen in Büscheln zu 2–5, sind klein und unscheinbar, weiß und grünlich tingiert. Die Kapselfrüchte sind 2-kammerig, gelb und haben 1–2 Samen mit rotem Samenmantel (Arillus).


Abb. 1 Die Laubblätter der Maytenus boaria sind lanzettlich bis schmal oval, fein gesägt und oberseits glänzend grün, Privatgarten, 17.04.2009 Abb. 2 Manchmal sind die Laubblätter der Maytenus boaria fast gegenständig oder in Scheinquirlen zu 3, Privatgarten, 17.04.2009

Abb. 3 In der Regel sind die Laubblätter der Maytenus boaria wechselständig, Palmengarten Frankfurt, 25.01.2015 Abb. 4 Etwa 5–6 m hohes Exemplar von IMaytenus boaria im Palmengarten Frankfurt, 25.01.2015

Abb. 5 Laubblätter und Zweige der Maytenus boaria im Palmengarten Frankfurt, 25.01.2015 Abb. 6 Die Borke von Maytenus boaria ist glatt, bräunlich-grau, später längsrissig, Palmengarten Frankfurt, 25.01.2015


Der Gattungsname Maytenus Molina ist abgeleitet vom Eigennamen der Art aus der Sprache der Mapuche in Chile: "maiten". Das Epitheton boaria stammt womöglich von lat. "bo(v)arius" (= Ochsen-, Rinder-) und referiert eventuell auf die häufig auf Weiden stehenden Einzelbäume der Art? Oder ist es ein Anagramm zu "boreal" der bis etwa zum 50° S Breitengrad vorkommenden Art in den gemäßigten Breiten, in Analogie zum borealen Klima (etwa 50–70° N)? Letztlich bleibt das Epitheton aber ungeklärt.

Der Chilenische Kerzenbaum ist grenzwertig in Mitteleuropa und bis Z 8b winterhart. Einzelne Belegexemplare wie jenes im Palmengarten Frankfurt gedeihen schon viele Jahre in einem besonders geschützten Kleinklima der Innenstadt. Bei der Pflanzung sollte entspechender Platzbedarf eingeplant werden, zudem ist bedarfsweise Schutz mit Umwickeln der erreichen Pflanzenpartien mit Frostschutzvlies empfehlenswert. Der Boden sollte sauer oder neutral sein. Trockenheit wird von etablierten Bäumen gut toleriert.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Huxley, A., Griffiths, M. & Levy, M. 1999: The New Royal Horticultural Society Dictionary of Gardening. – Band I–IV, Macmillan Reference Ltd., London.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Maytenus boaria. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/maytenus-boaria.html am Tg.Mo.Jahr.

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