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Micromeria juliana (L.) Benth. ex Rchb.
         Synonyme: Satureja juliana L., Clinopodium julianum (L.) Kuntze
Julianische Steinminze, Lamiaceae (= Labiatae) - Lippenblütler
Spätsommer-, Herbstblüher, VIII–X, 10–40 cm hoch, sommergrün, mehrjährig, kurzlebig

Die Julianische Steinminze ist eine Staude oder kleiner Strauch aus dem mediterranen Raum von Portugal bis Kleinasien, der relativ häufig ist und offene, felsige Standorte in der Garrigue oder Macchie besiedelt. Oft findet man ihn auch an Ruderalstellen oder an Wegesrändern. Es sind aromatische, kleine Pflanzen mit aufrechten, nur wenig verzweigenden Sprossachsen, die gegenständige, behaarte, ovale bis lineal-lanzettliche, 3–8 mm lange Blätter tragen. Die Blüten sind rosa, stehen in 4–20-blütigen Quirlen, haben einen Kelch mit 5 ungleichen Kelchblättern, einem unbehaarten Rücken und lanzettlichen oder pfriemlichen Zähnen. Die Krone ist 2-lippig, die obere helmartig, die untere mit 3 Lappen.

Die Art ist recht variabel und wegen des großen Verbreitungsgebiete fast im gesamtem mediterranen Raum sind zahlreiche Unterarten beschrieben worden. Oft ist es schwierig, die Art eindeutig von anderen zu unterscheiden, Micromeria juliana agg.



Abb. 1 Blütenkronen und Kelche der Micromeria juliana am Wegesrand auf der Halbinsel Babin Kuk in Dubrovnik, Kroatien, 05.10.2015, 18 m, 42° 39' 46 N, 18° 04' 23 O Abb. 2 Pflanze der Micromeria juliana in der Garrigue auf der Halbinsel Babin Kuk in Dubrovnik, Kroatien, 07.10.2015, 14 m, 42° 39' 47 N, 18° 03' 46 O

Abb. 3 Sippe der Micromeria juliana agg. mit fast ovalen Laubblättern an der Pustinja Blaca auf der Insel Brac, Kroatien, 05.10.2015, 216 m, 43° 17' 34 N, 16° 31' 45 O Abb. 4 Micromeria juliana agg. mit den quirlständigen, hier fast weißen Blütenkronen, Pustinja Blaca auf der Insel Brac, Kroatien, 05.10.2015, 216 m, 43° 17' 34 N, 16° 31' 45 O

Abb. 5 Sippe der Micromeria juliana agg. mit fast linealischen Laubblättern, Halbinsel Babin Kuk in Dubrovnik, Kroatien, 05.10.2015, 19 m, 42° 39' 51 N, 18° 04' 22 O Abb. 6 Micromeria juliana agg. bei der Pustinja Blaca auf der Insel Brac, Kroatien, 05.10.2015, 211 m, 43° 17' 36 N, 16° 31' 43 O, Photo A. Härle


Der Gattungsname Micromeria Benth. leitet sich ab von gr. "mikros" (= klein) und gr. "meros" (= Teil), womit die kleinen Blütenquirle und die kleinen Laubblätter beschrieben werden. Der selbe Wortstamm findet sich auch in einigen gebräuchlichen Fremdwörtern, beispielsweise "Polymer" (= Riesenmolekül aus vielen gleichen Molekülen). Das Art-Epitheton juliana beruhrt auf lat. "julianus" (= julianisch), was auf Personennamen wie Julius oder Juliana verweist, ursprünglich war damit Julius Cäsar gemeint. Möglicherweise soll dies eine Referenz auf die Standorte in Rom, beziehungsweise Mittelitalien sein.

Die Julianische Steinminze ist ein hübscher, duftender Exote für den sonnigen und offenen Platz im Steingarten, Alpinum oder Yuccabeet. Ideal ist ein gut drainierter und kalkhaltiger Boden.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Polunin, O. 2006: Flowers of Greece and the Balkans. - Oxford University Press, Oxford, New York, 592 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2015: Micromeria juliana. - http://www.tropengarten.de/Pflanzen/micromeria-juliana.html am Tg.Mo.Jahr.

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