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Minuartia verna (L.) Hiern
Frühlingsmiere, Caryophyllaceae - Nelkengewächse
Vollfrühling-, Sommerblüher, V–VIII, 05–10 cm hoch, immergrün, mehrjährig

Die Frühlingsmieren sind ein schwieriger Artkomplex mit einem Potpourri zahlloser Unterarten, Umgruppierungen und Varietäten. Die meisten dieser Sippenkomplex sind selten und auf wenige Standorte begrenzt. Minuartia verna ist eine kleinbleibende, rasenbildende oder Polsterpflanze mitschmla linealischen, auch pfriemlichen Blättern, die unterseits 3-nervig sind. Die Blüten haben 5 weiße Kronblätter, die etwas so lang wie die 5 grünen, eiförmig lanzettlichen Kelchblätter sind. Später bilden sich 3-klappge Fruchtkapseln, etwas länger als der Kelch.

Zahlreiche Sippen, die oft schwer voneinander abzugrenzen sind, wurden bisher beschrieben. Interessant dürfte die Herzynische Miere = Galmei-Frühlingsmiere sein, Minuartia verna ssp. hercynica (Willk.) O. Schwarz = M. caespitosa (Willd.) Degen. Diese bildet verholzende Polster und hat 3–5-blütige Blütenstände. Es sind konkurenzschwache Pflanzen, die auf schwermetallbelastete, offene Böden spezialisiert sind. Sie stellen Reliktpflanzen der Eiszeit dar, die an den Standorten überlebt haben.

Abb. 1 Blüten der Minuartia verna ssp. hercynica mit fast gleich langen Kelch- und Kronblättern, in der Galmei-Flora am Schlangenberg bei Breinig, nahe Aachen, 01.08.2015, 265 m, 50° 44' 19 N, 06° 14' 37 O Abb. 2 Immergrünes Polster von Minuartia verna ssp. hercynica, Galmei-Flora am Schlangenberg bei Breinig, nahe Aachen, 01.08.2015, 266 m, 50° 44' 20 N, 06° 14' 36 O

Abb. 3 Schematische Zeichnung der Minuartia verna auf einer Schautafel am Schlangenberg bei Breinig


Der Gattungsname Minuartia L. wurde zu Ehren des spanisches Botanikers Juan Minuart (1693–1768) etabliert. Das Epitheton verna stammt von lat. "vernus" (= Frühlings-) und beschreibt den Blühzeitpunkt.

Die Frühlingsmieren sind kleine, unscheinbare Polsterpflanzen, die einen hellen, sonnigen Standort im Garten bevorzugen. Im Alpinum oder Steingarten, am besten kalkhaltig, fühlen sie sich wohl.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2015: Minuartia verna. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/minuartia-verna.html am Tg.Mo.Jahr.

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