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Muscari comosum (L.) Mill.
  synonym: Bellevalia comosa (L.) Kunth
                 Botrycomus vulgaris (L.) Fourr.
                 Eubotrys comosa (L.) Raf.
                 Leopoldia comosa (L.) Parl.
                 Scilla comosa (L.) Salisb.
Schopf-Traubenhyazinthe, Schopf-Träubel, Asparagaceae - Spargelgewächse
Frühlingblüher, IV–VI, 30–70 cm hoch, vorsommergrün, mehrjährig

Die Schopf-Traubenhyazinthe tritt in Mitteleuropa selten bis zerstreut auf, mit Schwerpunkt im mittleren Rheintal und Mittelbayern, im Norden fehlt sie ganz. Ursprünglich stammt die Art aus dem Mittelmeerraum bis Westasien und gilt schon seit dem Mittelalter als eingebürgert (Archäophyt). Sie siedelt bevorzugt in Weinbergen, auf Trockenwiesen, extensiv genutzten Äckern und Ruderalstandorten. Der Stängel ist rundlich, ohne Laubblätter, die Blütentraube endständig. Es gibt 3–6 grundständige Laubblätter, hellgrün, 5–17 mm breit, oft gebogen, linealisch und rinnig. Der Blütenstand ist eine lockere Traube, 10–25 cm lang und zylindrisch. Unten finden sich fruchtbare, entfernt stehende, grünlich-braune, länglich-krugförmige, 5–10 mm lange Blüten mit waagerecht stehenden Stielen und gelblichen Zähnen. Oben finden sich die unfruchtbaren, dichter stehenden, aufwärts gerichteten, leuchtend blauen Blüten, die einen Schopf formen. Zum Sommer hin ziehen die Pflanzen ein.


Abb. 1 Pflanzen des Muscari comosum in einem Gebüschstreifen am Colloseum in Rom, 17.04.2017, 29 m, 41° 53' 27 N, 12° 29' 36 O Abb. 2 Traubige Blütenstände des Muscari comosum in einem Gebüschstreifen am Colloseum in Rom, 17.04.2017, 29 m, 41° 53' 27 N, 12° 29' 36 O

Abb. 3 Muscari comosum mit den linealischen und rinnigen Laubblättern, im Orto Botanico in Rom, Italien, 18.04.2017 Abb. 4 Traubige Blütenstände des Muscari comosum, oben die unfruchtbaren und unten die fruchtbaren Blüten, im Orto Botanico in Rom, Italien, 18.04.2017


Die Ableitung des Gattungsnamens Muscari Mill. ist nicht vollständig geklärt; er stammt wahrscheinlich von spätlat. "muscatus" (= moschusartig riechend), nach den duftenden Blüten mancher Arten. Das Epitheton comosum stammt von lat. "comosus" (= stark behaart) und beschreibt den schopfartigen Blütenstand im oberen Teil.

Die Schopf-Traubenhyazinthe ist schon lange als Gartenpflanze in Kultur und als zeitiger Frühlingblüher beliebt. Die Pflanzen benötigen einen Standort ohne Staunässe, sonnig und warm.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.
Schönfelder, I. & Schönfelder, P. 2002: Kosmos Atlas Mittelmeer. und Kanarenflora. – Kosmos-Verlag, Stuttgart, 303 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Muscari comosum. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/muscari-comosum.html am Tg.Mo.Jahr.

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