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Myosotis ramosissima Rochel
    synonym: Myosotis hispida D. F. K. Schltdl.
                   Myosotis collina auct.
Raues Vergissmeinnicht, Hügel-Vergissmeinnicht, Boraginaceae - Raublattgewächse
Beginn Erstfrühlingblüher, IV–VI, 05–25 cm, vorsommer-, immergrün, einjährig

Das Raue Vergissmeinnicht tritt in Mitteleuropa verbreitet bis zerstreut auf, im Süden Mitteleruopas sind die Bestände rückläufig. Es besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass Myosotis ramosissima als submediterrane Art nach Mitteleuropa schon vor 1.500 n.Chr. eingewandert ist, mithin als Archäophyt zu sehen ist. Das Verbreitungsgebiet ist europäisch-vorderasiatisch, bis nach Afrika und auf die Kanaren; in Australien sind die Pflanzen eingebürgert. Bevorzugt werden ruderal beeinflusste Trockenrasen, Böschungen, Wegränder oder Brachflächen besiedelt. Die Pflanzen sind einjährig, meist vorsommergrün, bei Keimung im Herbst auch immergrün überwinternd. Die Stängel sind einfach oder wenig verzweigt, grauhaarig und dünn. Die Laubblätter sind ebenfalls grauhaarig, mit rasch hinfälligen Rosettenblättern, die deutlich größer als die wenigen Stängelblätter sind. Der Blütenstand steht aufrecht, ist eine Wickel, ohne Blätter und trägt 10–18 von Anfang an hellblaue Blüten, die 1–2 mm im Durchmesser sind, deutlich gestielt, trichterförmig mit weißer bis gelblicher Röhre. Die Kronröhre ist kürzer als der Kelch. Der Kelch ist 3–3,5 mm lang, über die Hälfte in lineare, geöffnete Zipfel geteilt. Zur Fruchtreife bleibt der Kelch geöffnet, was die Art sehr gut von anderen Vergissmeinnicht unterscheidet. Die reifen Klausenfrüchte sind hellbraun bis gelblich.


Abb. 1 Die hellblauen Blüten von Myosotis ramosissima in einer sandigen Wiese auf der Büdericher Insel, Wesel, 30.04.2016, 24 m, 51° 38' 39 N, 06° 36' 42 O Abb. 2 Schematische Darstellung des Blütenbauprinzips einer Wickel

Abb. 3 Blütenstände von Myosotis ramosissima in einer sandigen Wiese auf der Büdericher Insel, Wesel, 30.04.2016, 24 m, 51° 38' 39 N, 06° 36' 42 O Abb. 4 Pflanze von Myosotis ramosissima mit den länglich ovalen Stängelblättern, in einer sandigen Wiese auf der Büdericher Insel, Wesel, 30.04.2016, 24 m, 51° 38' 39 N, 06° 36' 42 O

Abb. 5 Die Kelche von Myosotis ramosissima sind immer mehr oder weniger geöffnet. Wiese auf der Büdericher Insel, Wesel, 30.04.2016, 24 m, 51° 38' 39 N, 06° 36' 42 O


Der Gattungsname Myosotis L. verweist auf die morphologische Ähnlichkeit zurm Kletten-Igelsamen Lappula myosotis Moench (= Lappula squarrosa (Retz.) Dumort.). Das Epitheton ramosissima stammt von lat. "ramosissimus" (= reich verzweigt), nach der Neigung der Art, verzweigte Stängel zu bilden, was allerdings kaum als dichte oder reichliche Verzweigung zu sehen ist.

Myosotis ramosissima ist eine kleine, sehr früh blühende, submediterrane Art, die gut ins Alpinum passt.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.
Jäger, E. J. 2011: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. – Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 930 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Myosotis ramosissima. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/myosotis-ramosissima.html am Tg.Mo.Jahr.

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