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Nannorrhops ritchiana (Griff) Aitch.
Mazari-Palme, Arecaceae - Palmen
Frühlingblüher, III–V, bis 150(–550) cm hoch, immergrün, mehrjährig

Nannorrhops ritchiana ist die einzige Art der monotypischen Gattung Nannorrhops H. Wendl. Es ist eine klein bleibende Palme aus den Halbwüsten und Wüsten von der Arabischen Halbinsel bis Pakistan. Bevorzugt wächst sie in Wadis, auf Ebenen oder feuchteren Tälern mit hohem Grundwasserspiegel. An manchen Standorten in den Ausläufern des Himalaya wächst die Art bis in die Berge hinauf, wo es lange Wochen zur Schneebedeckung kommen kann. Die Pflanzen bilden meist unterirdische Stämme, manchmal bis 5 m aufsteigend. Sie verzweigen sich und wachsen mit mehreren Sprossachsen, so dass sich größere Horste bilden. Blätter und Stämme sind unbewert, die Laminae graublau und steif. Die Blütenstände erscheinen terminal. Nach der Blüte sterben die betroffenen Sprossachsen ab, die Pflanze lebt jedoch weiter und bildet neue Schöpfe an den Verzweigungen. Die Blüten sind zwittrig, später bilden sich runde, grüne Steinfrüchte mit jeweils einem Samen.

Abb. 1 Individuenreicher Bestand der Nannorrhops ritchiana in einem Wadi in Nord-Oman, 24.02.2007, 374 m, 24° 47' 28 N, 55° 56' 34 O Abb. 2 Nannorrhops ritchiana im Garten der Villa Beccari, Florenz, Italien, 1994, Alinari Archiv

Abb. 3 Horst der Nannorrhops ritchiana in einem Wadi in Nord-Oman, 24.02.2007, 365 m, 24° 47' 25 N, 55° 56' 27 O Abb. 4  Jungpflanze der Nannorrhops ritchiana in einem Garten in Bad Deutsch Altenburg, Ostösterreich, 21.09.2009

Abb. 5 Nannorrhops ritchiana in einem Wadi in Nord-Oman, 24.02.2007, 365 m, 24° 47' 25 N, 55° 56' 27 O Abb. 6 "Kriechende Stammspitze" der Nannorrhops ritchiana im Jardin Botanico La Concepcion bei Malaga, Spanien, 05.10.2008

Abb. 7 Aufsteigender Stamm der Nannorrhops ritchiana im Garten der Villa Beccari, wie Abb. 2, Florenz, Italien, 01.07.2003 Abb. 8 Nannorrhops ritchiana im Garten der Villa Beccari, wie Abb. 2, Florenz, Italien, 01.07.2003

Abb. 9 Nannorrhops ritchiana im Jardin Botanico La Concepcion bei Malaga, Spanien, 05.10.2008


Der Gattungsname Nannorrhops stammt von gr. "nannos" (= Zwerg) und gr. "rhops" (= Busch) und beschreibt den Habitus der Pflanzen. Nano ist ein heute noch gebräuchlicher Begriff mit selber etymologischer Wurzel. Das Art-Epitheton ritchiana wurde zu Ehren des Sammlers der Art, David Ritchie (1809–1866), etabliert.

Nannorrhops ritchiana ist eine Palmenart, der eine grandiose Frosttoleranz nachgesagt wird. Allerdings gilt dies nur für die trockenen, ariden, deutlich kontinentalen Standorte. Unser mitteleuropäisches Klima hingegen ist ungeeignet für einen Anbau im Freiland. Meist kollabieren die Pflanzen schon nach einem oder wenigen Wintern an einer Kombination aus Frostverlauf, Feuchte, Pilzbefall und zu geringer Wärmesumme. Erfolgreiche Langfristkultur ist bisher nicht ohne geeigneten Schutz gelungen, beziehungsweise nicht dokumentiert. Ob die kontinentalen und sommerwarmen Klimazonen im Südosten Mitteleuropas eventuell doch für die hübsche Art geeignet sind, bleibt abzuwarten, dürfte allerdings skeptisch zu sehen sein.

Nichtsdestotrotz ist die Mazari-Palme eine dekorative Palme für die Kontainerhaltung im kühlen Wintergarten. Man suche ihr einen warmen, sonnigen Standort, gerne auch in voller Sonne und gieße im Winter zurückhaltend. Die Blüte ist kein Drama, da die Pflanzen nicht absterben, sondern nur der blühende Ast.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Jones, D. L. 1994: Palmen. – Könemann Verlag, Köln, 409 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Nannorrhops ritchiana. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/nannorrhops-ritchiana.html am Tg.Mo.Jahr.

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