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Neottia nidus-avis  (L.) Rich.
Vogel-Nestwurz, Orchidaceae - Orchideen
Ende Vollfrühlingblüher, V–VII, 20–50 cm hoch, sommergrün, mehrjährig

Die Vogel-Nestwurz ist in Mitteleuropa mäßig häufig und siedelt gerne in Buchen- oder Eichen-Haunbuchenwäldern, bevorzugt auf Kalk. Durch Rodung der Wälder und die Forstwirtschaft ist sie in ihrem Bestand rückläufig, aber nicht höhergradig gefährdet. Die Vogel-Nestwurz gehört zu den Vollparasiten. Das heißt, sie bildet kein Chlorophyll und bezieht ihre Nährstoffe aus Pilzen. Hierfür ist das Wurzelgeflecht netzartig verflochten und fein verzweigt, was wohl auch das Benennungsmotiv der Art ist. Blühende Triebe sterben ab, die Pflanzen breiten sich aber randständig, zentrifugal über das Wurzelgeflecht weiter aus. Da Neottia nidus-avis kein Chlorophyll bildet, bleiben die Plfanzen vollständig bräunlich-gelb, selbst die Blüten. Typisch ist der Geruch der Pflanzen nach Honig.



Abb. 1 Blütenstand der Neottia nidus-avis an der alten Bahntrasse am Wasserfall Dreimühlen, Nohn, Eifel, 28.05.2914, 389 m, 50° 19' 20 N, 06° 46' 20 O


Der Gattungsname Neottia Guett. leitet sich ab von gr. "neottia" (= Vogelnest), ein Verweis auf das nestartig verzweigende Rhizom der Art. Selbiges gilt für das Epitheton nidus-avis: lat. "nidus" (= Nest) und lat. "avis" (= Vogel). Diese Tautologie begründet sich daran, dass die Art urspünglich als Ophrys nidus-avis L. etabliert und erst später in die Gattung Neottia gestellt wurde. Das Epitheton ist in so einem Fall beizubehalten.

Neottia nidus-avis sind pflanzensoziologisch interessante Arten, dürften für die Gartenkultur eher nur für den naturnahen Garten oder Orchideen-Experten von Bedeutung sein. Wie bei allen Orchideen sollten nur Pflanzen aus gärtnerischer Vermehrung, keine Naturentnahmen im Garten kultiviert werden. Ein frischer, feuchter, kalkhaltiger Boden, bei gleichzeitigem Vorhandensein von Mykorrhiza-Bäumen wie Buche, Hainbuche oder Eiche sind ideal, gerne schattig oder halbschattig.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Haeupler, H. & Muer, T. 2007: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 789 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2016: Neottia nidus-avis. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/neottia-nidus-avis.html am Tg.Mo.Jahr.

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