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Nicotiana glauca Graham
  synonym: Acnistus virgatus Griseb.
                 Nicotidendron glauca (Graham) Griseb.
                 Siphaulax glabra Raf.
Blaugrüner Tabak, Solanaceae - Nachtschattengewächse
Sommerblüher, IV–X, 2–6 m hoch, immergrün, mehrjährig

Der Blaugrüne Tabak stammt ursprünglich aus Südamerika (Argentinien und Bolivien), ist mittlerweile aber fast weltweit in meridionalen bis tropischen Regionen eingebürgert. Bevorzugt siedeln die Pflanzen an Ruderalstandorten wie Brachflächen, Wegrändern, alten Mauern oder Schuttflächen. Es sind Sträucher oder kleine Bäume. Die Pflanzen sind kahl, blaugrün und nur wenig verzweigt. Die Laubblätter haben einen schlanken, 3–12 cm langen Stiel, sind blaugrün, spitz eiförmig bis eilanzettlich, ganzrandig, ledrig und 5–25 cm lang. Die Blüten stehen in lockeren, terminalen Rispen. Die Kelche sind 1–1,5 cm lang und röhrenförmig. Die Blütenkronen sind gelb oder rot, röhrenförmig, 2,5–4,5 cm lang, mit sehr kurzem, stumpf- 5-zipfeligem Saum. Später bilden sich elliptische, 7–10 mm große Fruchtkapseln, die braune, bis 0,5 mm große Samen enthalten.

Nicotiana glauca gehört zwar zu den Tabaksträuchern, ist aber kaum zum Rauchen geeignet, da sie nur geringe Konzentrationen Nikotin enthält, dafür aber wenig bekömmliche Alkaloide, die Derivate des Nikotins sind.


Abb. 1 Strauch der Nicotiana glauca an einer alten Mauer im Forum Romanum, Rom, Italien, 17.04.2017


Der Gattungsname Nicotiana L. wurde zu Ehren von Jean Nicot (um 1530–1600) etabliert, einem französischen Gesandten, der 1560 Tabakpflanzen nach Frankreich schickte. Das Epitheton glauca leitet sich ab von lat. "glaucus" (= blaugrün), nach der Färbung der vegetativen Pflanzenteile.

Der Blaugrüne Tabak ist zwar etwas frostresistent, aber in Mitteleuropa nicht winterhart. Bei Kübelhaltung kann im kalten Gewächshaus überwintert werden. Im Frühjahr ist regelmäßiger Schnitt ratsam, um eine kompakte Wuchsform zu erhalten.

Referenzen
Genaust, H. 2012: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. – Nikol-Verlag, Hamburg, 701 S.
Schönfelder, I. & Schönfelder, P. 2002: Kosmos Atlas Mittelmeer- und Kanarenflora. – Kosmos-Verlag, Stuttgart, 303 S.



Zitiervorschlag: Lorek, M. 2017: Nicotiana glauca. – http://www.tropengarten.de/Pflanzen/nicotiana-glauca.html am Tg.Mo.Jahr.

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